Leybuchtsiel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Version vom 18. Februar 2021, 10:22 Uhr

Leybuchtsiel

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Basisdaten
Entstehungszeit 1929
Erbauer Entwässerungsverband
Bauweise Siel
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Lorenzweg / Am Leydeich

26506 Norden

Das Leybuchtsiel ist ein 1929 fertiggestelltes Siel in Neuwesteel, welchen den Wasserverlauf zwischen dem Norder Tief und der Leybucht reguliert. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Leysiel, welches erst 1991 erbaut wurde.

Geschichte

Mit der Eindeichung von Neuwesteel war es notwendig geworden, dieses neu gewonnene Land entwässern zu können. Der offene Zugang stand einer wirkungsvollen Entwässerung entgegen und barg zudem immer wieder die Gefahr von Sturmfluten an diesen küstennahen Regionen. Das Norder Tief war zudem im Laufe der Jahre so verschlickt, dass es zu einem akuten "Binnenwasser-Notstand" kam. Trotz widerstreitender Interessen mit der Stadt Norden, die mit dem Bau des Siels ihren Zugang zum offenen Meer verlor, wurde der Bau in den späten 1920er Jahren begonnen und schließlich 1929 fertiggestellt.

Um das Wasser besser ableiten zu können, wurde das Siel im Jahr 1962 um ein Schöpfwerk erweitert. Durch die hierdrin befindlichen Turbinenpumpen konnte das Wasser fortan wesentlich effektiver abgeleitet werden. Die letzte Nordsee-Flut erreichte den Norder Hafen im Juli 1929. Anschließend waren alle Sielbauwerke zwischen Norden und Leybuchtsiel ebenso überflüssig wie die Deiche zu beiden Seiten des Norder Tiefs, das seitdem ein Binnengewässer ist. Die ausreichende Entwässerung des Norderlandes war aber nur bis in die 1950er Jahre durch das Leybuchtsiel zu gewährleisten, weil die Leybucht und damit auch der Rest vom Norder Tief immer weiter verlandete. Der erneute Wassernotstand wurde mit dem Bau eines Schöpfwerkes neben dem Siel behoben, das 1962 in Betrieb ging. Seitdem können bis zu 45 m³ Wasser pro Sekunde abgepumpt (geschöpft) werden, so dass auch dann, wenn mehr Regen fällt als gesielt werden kann, die Binnenentwässerung für das 24.000 ha große Zuständigkeitsgebiets des Entwässerungsverbandes gewährleistet ist.

Nach Fertigstellung des weiter östlich gelegenen Leysiels verlor das Leybuchtsiel einen Großteil seiner wasserbaulichen Bedeutung. Das Wasser wird seither nicht mehr unmittelbar in die Leybucht gesielt (abgelassen) bzw. durch Pumpen geschöpft, sondern fließt in den neu angelegten Störtebekerkanal und von dort aus weiter zum Leysiel.

Quellenverzeichnis

Siehe auch