Zweites Siel: Unterschied zwischen den Versionen
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Nachdem das [[Erstes Siel|Erste Siel]] durch die [[Westermarscher Neuland|Neulandgewinnung]] und den Bau des [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeiches]] bis 1583 seine Bedeutung verlor, übernahm das schon ab etwa 1570 errichtete Zweite Siel die Aufgabe der Stadtentwässerung.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref> | Nachdem das [[Erstes Siel|Erste Siel]] durch die [[Westermarscher Neuland|Neulandgewinnung]] und den Bau des [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeiches]] bis 1583 seine Bedeutung verlor, übernahm das schon ab etwa 1570 errichtete Zweite Siel die Aufgabe der Stadtentwässerung.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref> Von seinem Standort aus entwässerte es unmittelbar in das [[Norder Tief]]. | ||
Der Bau kostete die Stadt insgesamt 4.537 Gulden und 9 Stüber.<ref name=":0" /> Auch die Wartung verschlang nicht unerhebliche Summen. In dem eigens errichteten [[Sieltorhaus]] befand sich nicht nur die Hafenmeisterei, hier wurden auch die (hölzernen) Ersatzsieltore gelagert.<ref>Stöver Christof (2000): Menschen und Geschichten um den Norder Hafen, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, 2. Juni 2000, S. 17-20</ref> Nachdem über Jahrhunderte Sturmfluten und Versandungen die aus Holz erbauten Siele immer wieder zerstörten, baute man 1757 zum ersten Mal einen Siel aus Stein.<ref name=":0" /> | Der Bau kostete die Stadt insgesamt 4.537 Gulden und 9 Stüber.<ref name=":0" /> Auch die Wartung verschlang nicht unerhebliche Summen. In dem eigens errichteten [[Sieltorhaus]] befand sich nicht nur die Hafenmeisterei, hier wurden auch die (hölzernen) Ersatzsieltore gelagert.<ref>Stöver Christof (2000): Menschen und Geschichten um den Norder Hafen, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, 2. Juni 2000, S. 17-20</ref> Nachdem über Jahrhunderte Sturmfluten und Versandungen die aus Holz erbauten Siele immer wieder zerstörten, baute man 1757 zum ersten Mal einen Siel aus Stein.<ref name=":0" /> | ||
Version vom 10. August 2021, 23:20 Uhr
Zweites Siel | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1570 | |||||||
| Erbauer | Stadt Norden | |||||||
| Bauweise | Siel | |||||||
| Erhaltungszustand | teilweise erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Am Hafen
26506 Norden | |||||||
Das Zweite Siel (auch: Zweites Norder Siel) war der Nachfolgebau des weiter nördlich liegenden Ersten Siels. Es entstand im Zuge der Bauarbeiten zum Norder Hafen.
Geschichte
Nachdem das Erste Siel durch die Neulandgewinnung und den Bau des Neuen Süderdeiches bis 1583 seine Bedeutung verlor, übernahm das schon ab etwa 1570 errichtete Zweite Siel die Aufgabe der Stadtentwässerung.[1] Von seinem Standort aus entwässerte es unmittelbar in das Norder Tief.
Der Bau kostete die Stadt insgesamt 4.537 Gulden und 9 Stüber.[1] Auch die Wartung verschlang nicht unerhebliche Summen. In dem eigens errichteten Sieltorhaus befand sich nicht nur die Hafenmeisterei, hier wurden auch die (hölzernen) Ersatzsieltore gelagert.[2] Nachdem über Jahrhunderte Sturmfluten und Versandungen die aus Holz erbauten Siele immer wieder zerstörten, baute man 1757 zum ersten Mal einen Siel aus Stein.[1]
Wesentliche Teil des Siels wurden erst 1931 abgerissen, nachdem es durch den Bau des Leybuchtsiels im Jahre 1929 seine Bedeutung verlor.[1] Am Norder Hafen befinden sich jedoch bis heute Überbleibsel des Siels als Andenken an dieses.
Funktionsweise
Siele dienten seit ihrer Entstehung vorwiegend der Entwässerung der tiefliegenden Marschgebiete. Vor dem Bau des Leybuchtsiels war auch das Norder Tief den Tiden (Ebbe und Flut) unterworfen. Bei Flut schlossen sich die Sieltore durch den entstehenden Wasserdruck, sodass sich das aus den Marschgebieten zum Siel laufende Wasser anstauen konnte. Bei Ebbe ließ der von außen drängende Wasserdruck nach, sodass die Tore sich nun durch den inneren Wasserdruck öffneten und das Wasser aus dem Entwässerungsgraben (niederdeutsch: Schloot) drückte.