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'''August "Onkel Pitt" Breinlinger''' (* 23. August 1906 im Rheinland; † 21. Februar 1989 in Tidofeld)<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/130369/August-Breinlinger--Bargebur Grabstein des August Breinlinger] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 8. November 2021</ref> war Gründer und Betreiber der nach ihm benannten Tanzgaststätte [[Onkel Pitt's|''Onkel Pitt's'']] | '''August "Onkel Pitt" Breinlinger''' (* 23. August 1906 im Rheinland; † 21. Februar 1989 in Tidofeld)<ref name=":0">[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/130369/August-Breinlinger--Bargebur Grabstein des August Breinlinger] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 8. November 2021</ref> war Gründer und Betreiber der nach ihm benannten Tanzgaststätte [[Onkel Pitt's|''Onkel Pitt's'']] in [[Tidofeld]].<ref>50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996</ref> Von Beruf her eigentlich Frisör, schuf er hier einen über mehrere Jahre währenden, zentralen Anlaufpunkt für die Bewohner des Lagers. Ein besonderes Augenmerk lag ihm jedoch auch auf der Unterhaltung von Kindern, für die er regelmäßig Spiele anbot und für sie auch den Nikolaus spielte. | ||
Sein Nachname wird in einigen Unterlagen fälschlicherweise auch mit ''Breininger'' - also ohne L - angegeben. | |||
==Leben== | |||
Geboren im Rheinland zog Breinlinger in die Eifel und machte dort eine Ausbildung zum Frisör. In diesem Beruf machte er seinen Meistertitel und soll die Dauerwelle erfunden, aber nicht patentiert haben. Nach mehreren Jahren in Köln, wo er den bekannten Schauspieler Willy Millowitsch zu seinen Freunden zählte, wurde er zum Kriegsdienst berufen und kam in den Wirren der letzten Kriegsmonate über Belgien nach Holland. Bei der Wehrmacht war er vermutlich bei der berittenen Infanterie und kümmerte sich um die militärisch genutzten Brieftauben.<ref name=":1">Auskunft des Enkels Mario Weichenhan per facebook-Messenger am 5. Dezember 2025</ref> | |||
Nach der Kapitulation kam er nach Ostfriesland und schließlich ins [[Vertriebenenlager Tidofeld]], das als ehemaliger Marinestützpunkt anfangs noch ein Sammellager für Wehrmachtsangehörige der in den Niederlanden eingesetzten Streitkräfte (''Hollandarmee'') war. Im Lager eröffnete er in einer Baracke (heute [[Rheinstraße]] 10) ein Lokal, das auch dann noch als [[Onkel Pitt's|''Onkel Pitt's'']] bekannt war, nachdem es durch einen Neubau ersetzt hatte.<ref name=":1" /> | |||
[[Datei:Vertriebenlager Tidofeld Onkel Pitt unbekanntes Datum 01 - Kopie.JPG|mini|''Onkel Pitt'' veranstaltet Spiele für die Kinder im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] (um 1950).]] | [[Datei:Vertriebenlager Tidofeld Onkel Pitt unbekanntes Datum 01 - Kopie.JPG|mini|''Onkel Pitt'' veranstaltet Spiele für die Kinder im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] (um 1950).]] | ||
Im Lager lernte Breinlinger seine Ehefrau Frieda, geb. Lindner (1920-2011) kennen. Sie kam mit ihrem Sohn aus Schlesien und hatten dort Vater bzw. Ehemann aus den Augen verloren. Später heirateten sie und betrieben die Gaststätte gemeinsam.<ref name=":1" /> | |||
''Onkel Pitt'' verstarb am 21. Februar 1989 in seiner neuen Heimat Tidofeld. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem [[Reformierter Friedhof|reformierten Friedhof]] zu [[Bargebur]], wo er neben seiner Ehefrau Frieda, geb. Lindner (1920-2011) begraben liegt.<ref name=":0" /> | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Aktuelle Version vom 5. Dezember 2025, 14:38 Uhr

August "Onkel Pitt" Breinlinger (* 23. August 1906 im Rheinland; † 21. Februar 1989 in Tidofeld)[1] war Gründer und Betreiber der nach ihm benannten Tanzgaststätte Onkel Pitt's in Tidofeld.[2] Von Beruf her eigentlich Frisör, schuf er hier einen über mehrere Jahre währenden, zentralen Anlaufpunkt für die Bewohner des Lagers. Ein besonderes Augenmerk lag ihm jedoch auch auf der Unterhaltung von Kindern, für die er regelmäßig Spiele anbot und für sie auch den Nikolaus spielte.
Sein Nachname wird in einigen Unterlagen fälschlicherweise auch mit Breininger - also ohne L - angegeben.
Leben
Geboren im Rheinland zog Breinlinger in die Eifel und machte dort eine Ausbildung zum Frisör. In diesem Beruf machte er seinen Meistertitel und soll die Dauerwelle erfunden, aber nicht patentiert haben. Nach mehreren Jahren in Köln, wo er den bekannten Schauspieler Willy Millowitsch zu seinen Freunden zählte, wurde er zum Kriegsdienst berufen und kam in den Wirren der letzten Kriegsmonate über Belgien nach Holland. Bei der Wehrmacht war er vermutlich bei der berittenen Infanterie und kümmerte sich um die militärisch genutzten Brieftauben.[3]
Nach der Kapitulation kam er nach Ostfriesland und schließlich ins Vertriebenenlager Tidofeld, das als ehemaliger Marinestützpunkt anfangs noch ein Sammellager für Wehrmachtsangehörige der in den Niederlanden eingesetzten Streitkräfte (Hollandarmee) war. Im Lager eröffnete er in einer Baracke (heute Rheinstraße 10) ein Lokal, das auch dann noch als Onkel Pitt's bekannt war, nachdem es durch einen Neubau ersetzt hatte.[3]
Im Lager lernte Breinlinger seine Ehefrau Frieda, geb. Lindner (1920-2011) kennen. Sie kam mit ihrem Sohn aus Schlesien und hatten dort Vater bzw. Ehemann aus den Augen verloren. Später heirateten sie und betrieben die Gaststätte gemeinsam.[3]
Onkel Pitt verstarb am 21. Februar 1989 in seiner neuen Heimat Tidofeld. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem reformierten Friedhof zu Bargebur, wo er neben seiner Ehefrau Frieda, geb. Lindner (1920-2011) begraben liegt.[1]