Am Markt 1: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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'''Am Markt 1''' befand sich seit spätestens 1897/1898 früher die [[Eisenwarenhandlung Bünting]].<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0271191.jpg)</ref><ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 50</ref><ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898, S. 41</ref> Später dann eine Filiale der am [[Lammertsches Haus|Neuen Weg 24]] ansässigen Möbelhandlung Lammert.
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==Geschichte==
|Entstehungszeit
Erstmals erwähnt wird das Gebäude im September 1552 im Zusammenhang mit dem Verkauf des südlichen Nachbarhauses ([[Am Markt 2]]). Zu dieser Zeit soll das hier in Rede stehende Haus dem [[Theelacht]]-Erbbauern (''Arvbur'') [[Simon Hayen]] gehört haben. Spätestens seit 1602 gehörte das Haus seinem Sohn [[Ulfert Simons]]. Diesem wiederum folgte [[Folpt Ulferts]], der 1618, 1638 und 1645 in Steuerlisten aufgeführt wurde. 1663 wurde [[Haye Folpts]], vermutlich ebenfalls ein Sohn des Folpt Ulferts, neuer Hauseigentümer. Folpts war buchhaltender [[Armenvorsteher]].<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 22</ref>
|1970er Jahre
 
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1722 wurde [[Weyert Jansen Spohrmacher]] genannt. Dann folgte [[Jann Weers]], der das Haus geerbt hatte. Nachdem Weers 1758 kinderlos verstorben war, gelangte das Haus an seinen Bruder [[Jann Reiner Liemann]] und nach ihm wiederum dessen minderjährige Kinder.<ref name=":0" />
|Erbauer
 
|unbekannt
1800 wurde das Haus öffentlich versteigert, wodurch [[Tiede Thieden]] und [[Peter Willms Brauer]] für 5.610 Gulden neue Besitzer wurden, dieses aber offenbar nicht selbst bewohnten.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 23</ref> Im Jahre 1812 wurde das Haus von drei Familien (Backer, Claßen und Rauhe) bewohnt, zudem befand sich dort eine Bäckerei.<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1</ref> Thieden verstarb am 22. Februar 1821, sodass seine Witwe und die sechs Kinder gemeinsam die Hälfte seines Eigentumanteils erbten.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Neben den üblichen Lasten (Steuern) hatten sie auch für den Unterhalt des [[Brunnen|Brunnens]] an der [[Mühlenstraße]] zu sorgen. Weiterhin hatten sie (bis 1870) entgeltlos den Unterhalt der [[Gotteskammer]] an der [[Sielstraße]] (ehemals [[Liste der Häuser an der Sielstraße|Sielstraße 75]]) zu gewährleisten.<ref name=":1" /><ref name=":2">Schreiber, Gretje (1998): Norder Häuser. Die Bewohner der Sielstraße (Heim und Herd-Serie im Ostfriesischen Kurier)</ref>
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|Bauweise
Im Brandkataster 1803 wurden [[Thiede Sjabben]], in den Jahren 1830 und 1841 Conr. A. Valentin und 1857 [[Hermann Büssemaker]] als Eigentümer genannt. Ab 1885 war [[Christian Bünting]], 1890 [[Hibbo Bünting]] Hauseigentümer. Nach Hibbo folgte ab spätestens 1926 [[Bertha Bünting]], danach (spätestens 1950) Christian Bünting II., welcher das Haus um 1972 abbrechen und durch nichtssagenden, schmucklosen Neubau ersetzen ließ.<ref name=":2" /> Zuletzt hatte die [[Möbelhandlung Lammert]] eine Außenstelle in dem Gebäude.
|Ziegelsteinbau u.ä.
 
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Das neue Gebäude erfuhr diverse Nutzungen, unter anderem als Apotheke (''Post-Apotheke''), Fahrschule und Zahnarztpraxis. Die Familie Bünting führte zudem seit 1924 das Traditionsunternehmen [[C. E. Popken]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 176</ref> Die Bünting'sche Eisenwarenhandlung existiert nicht mehr.
|Erhaltungszustand
 
|erhalten
==Galerie==
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|Genaue Lage
Datei:Am Markt Wolbergs Minna Bünting eventuell um 1900.jpg|Aufnahme vermutlich um 1900. Zweites Haus von links, ganz vorne [[Am Markt 69]].
|[[Am Markt]] 1
Datei:Am Markt Eisenwarenhandlung Bünting 1939 (0271191) MZ.jpg|Aufnahme von 1939.
26506 Norden
Datei:Am Markt 1 - Haus Bünting.jpg|Am Markt 1 - Haus Bünting - Aufnahme vermutlich um 1955.
|} __NOTOC__
Datei:Am Markt 1 um 1970 01.jpg|Aufnahme um 1970.
'''Am Markt 1''' befand sich noch bis mindestens 1939 die [[Eisenwarenhandlung Bünting]].<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0271191.jpg)</ref> Das Gebäude wurde vermutlich in den 1970er Jahren durch einen nichtssagenden, schmucklosen Neubau ersetzt, der über mehrere Etagen verfügt. Hier befinden sich unter anderem eine Zahnarztpraxis und eine Fahrschule. Früher befand sich in den Räumlichkeiten dieser Fahrschule eine Apotheke.
Datei:Am Markt Ost Wolbergs Apotheke ehemals Popken um 1985 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1985.
Datei:Am Markt 1 - Post-Apotheke - 06 04 2003.jpg|Am Markt 1 - ''Post-Apotheke'' - Aufnahme vom 6. April 2003.
Datei:Am Markt 1 + 2 - 19 04 2019.jpg|Am Markt 1 + 2 - ''Fahrschule 4.0'' - Aufnahme vom 19. April 2019.
Datei:Am Markt 1 - Fahrschule Sanders - 24 10 2021.jpg|Am Markt 1 - ''Fahrschule Sanders'' - Aufnahme vom 24. Oktober 2021.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==

Aktuelle Version vom 5. Dezember 2025, 11:54 Uhr

Am Markt 1

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Basisdaten
Entstehungszeit 1972
Erbauer Christian Bünting
Bauweise Ziegelsteinbau u.a.
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Markt

26506 Norden

Am Markt 1 befand sich seit spätestens 1897/1898 früher die Eisenwarenhandlung Bünting.[1][2][3] Später dann eine Filiale der am Neuen Weg 24 ansässigen Möbelhandlung Lammert.

Geschichte

Erstmals erwähnt wird das Gebäude im September 1552 im Zusammenhang mit dem Verkauf des südlichen Nachbarhauses (Am Markt 2). Zu dieser Zeit soll das hier in Rede stehende Haus dem Theelacht-Erbbauern (Arvbur) Simon Hayen gehört haben. Spätestens seit 1602 gehörte das Haus seinem Sohn Ulfert Simons. Diesem wiederum folgte Folpt Ulferts, der 1618, 1638 und 1645 in Steuerlisten aufgeführt wurde. 1663 wurde Haye Folpts, vermutlich ebenfalls ein Sohn des Folpt Ulferts, neuer Hauseigentümer. Folpts war buchhaltender Armenvorsteher.[4]

1722 wurde Weyert Jansen Spohrmacher genannt. Dann folgte Jann Weers, der das Haus geerbt hatte. Nachdem Weers 1758 kinderlos verstorben war, gelangte das Haus an seinen Bruder Jann Reiner Liemann und nach ihm wiederum dessen minderjährige Kinder.[4]

1800 wurde das Haus öffentlich versteigert, wodurch Tiede Thieden und Peter Willms Brauer für 5.610 Gulden neue Besitzer wurden, dieses aber offenbar nicht selbst bewohnten.[5] Im Jahre 1812 wurde das Haus von drei Familien (Backer, Claßen und Rauhe) bewohnt, zudem befand sich dort eine Bäckerei.[6] Thieden verstarb am 22. Februar 1821, sodass seine Witwe und die sechs Kinder gemeinsam die Hälfte seines Eigentumanteils erbten.[4][5] Neben den üblichen Lasten (Steuern) hatten sie auch für den Unterhalt des Brunnens an der Mühlenstraße zu sorgen. Weiterhin hatten sie (bis 1870) entgeltlos den Unterhalt der Gotteskammer an der Sielstraße (ehemals Sielstraße 75) zu gewährleisten.[5][7]

Im Brandkataster 1803 wurden Thiede Sjabben, in den Jahren 1830 und 1841 Conr. A. Valentin und 1857 Hermann Büssemaker als Eigentümer genannt. Ab 1885 war Christian Bünting, 1890 Hibbo Bünting Hauseigentümer. Nach Hibbo folgte ab spätestens 1926 Bertha Bünting, danach (spätestens 1950) Christian Bünting II., welcher das Haus um 1972 abbrechen und durch nichtssagenden, schmucklosen Neubau ersetzen ließ.[7] Zuletzt hatte die Möbelhandlung Lammert eine Außenstelle in dem Gebäude.

Das neue Gebäude erfuhr diverse Nutzungen, unter anderem als Apotheke (Post-Apotheke), Fahrschule und Zahnarztpraxis. Die Familie Bünting führte zudem seit 1924 das Traditionsunternehmen C. E. Popken.[8] Die Bünting'sche Eisenwarenhandlung existiert nicht mehr.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0271191.jpg)
  2. Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 50
  3. Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898, S. 41
  4. 4,0 4,1 4,2 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 22
  5. 5,0 5,1 5,2 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 23
  6. Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1
  7. 7,0 7,1 Schreiber, Gretje (1998): Norder Häuser. Die Bewohner der Sielstraße (Heim und Herd-Serie im Ostfriesischen Kurier)
  8. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 176

Siehe auch