Am Markt 29: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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==Geschichte==
|Entstehungszeit
Seit etwa 1669 gehörte das Grundstück der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]], die hier ihr Armenhaus unterhielt.<ref name=":1">[https://www.heiko-campen.de/theelachtii.htm Die Geschichte der Theelacht], abgerufen am 7. September 2021</ref> In früheren Jahren war es üblich, dass die Kirchen die Armenwohlfahrt stellten und staatliche Unterstützung eher selten oder gar nicht vorhanden war. Das größte dieser Armenhäuser in bzw. um Norden war das [[Gasthaus]] ([[Ludgerigemeinde Norden|evangelisch-lutherisch]]), das in den Gemäuern des ehemaligen [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] ([[Ludgerusgemeinde Norden|katholisch]]) seinen Sitz hatte. Daneben gab es noch das [[Armenhaus (Reformierte Gemeinde)|Armenhaus]] der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|evangelisch-reformierten Gemeinde]].
|um 1890
 
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Am 11. Januar 1796 verkaufte die Mennonitengemeinde ihr Armenhaus dem Bürger [[Aylt Behrends]], doch schon nach einigen Monaten wechselte das Haus erneut den Besitzer. Der Goldschmied [[Meint Hayo Rykena]] wurde am 31. Oktober 1796 neuer Eigentümer. Rykena schien nur recht kurz im Besitz des Hauses zu bleiben, denn schon recht genau zwei Jahre später, am 23. Oktober 1798, verkaufte die Witwe des Pastors [[Henricus Wolken]] das Haus an den Zimmermeister [[Simon Weyerts]] für die Summe von 2.000 Gulden.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 85</ref>
|Erbauer
 
|unbekannt
Interessanterweise wird in dem Kaufbrief von 1798 erwähnt, dass die Stelle, ''wo die ehemalige Kirche gestanden hat'', nicht mit verkauft wird, sondern der Witwe Wolken reserviert bleibt. Hierdurch lässt sich erkennen, dass die in der Geschichte der Norder Mennonitengemeinde erwähnte Kirche bzw. das Gemeindehaus sich folglich hier befunden hat, ehe die Gemeinde 1795 das [[Mennonitenkirche|Kettler'sche Haus]] am südlichen [[Marktplatz]] erwarb.<ref name=":0" /><ref name=":12">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 135</ref>
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|Bauweise
Am 4. Dezember 1805 verkaufte Weyerts das Haus mit einer dabei stehenden Bude an [[Tiebe Reimers]], Witwe des Kaufmanns [[Stephan Adolf von Lengen]] für 2.700 Gulden. Die Familie blieb noch bis mindestens 1810 im Besitz des Hauses, da zu dieser Zeit die Kinder van Lengens genannt wurden.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 86</ref> Am 26. Dezember 1817 gelangte das Haus dann in den Besitz des [[Liste der stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Norden|stellvertretenden Bürgermeisters]] [[Johan Hermann Schatteburg]].<ref name=":2">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 87</ref>
|Steinbau
 
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Ab 1843 waren Schatteburgs Erben als Eigentümer des Hauses eingetragen. Ab 1875 findet sich [[Claas Jürgen Bruns]], dem seine Witwe folgt. Bis zu seinem Tode 1926 gehörte das Haus dann dem Rechtsanwalt und Nationalsozialisten [[Peter Heuer|Dr. Peter Heuer]]. Spätestens 1950 war seine Witwe Minna Heuer, geb. Noosten, Eigentümerin. Um 1974 war [[Hans Amt|Dr. Hans Amt]] Hauseigentümer, nach ihm seine Witwe Wilma. Seit ungefähr 1990 befand sich hier die Praxis von [[Wilhelm Stellmanns|Dr. med. Wilhelm Stellmanns]].<ref name=":2" /> Später zog hier der für die Gebäudewirtschaft zuständige Teil der Norder Stadtverwaltung ein.
|Erhaltungszustand
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|Genaue Lage
|[[Am Markt]] 29
26506 Norden
|} __NOTOC__


'''Am Markt 29''' befand sich seit etwa 1669 das Armenhaus der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]].<ref name=":1">[https://www.heiko-campen.de/theelachtii.htm Die Geschichte der Theelacht], abgerufen am 7. September 2021</ref> Sie hatte hier zudem ihre Pastorei, die sich westlich des Hauses [[Am Markt 28]] an der danach benannten [[Mennonitenlohne]] befand.<ref>Schreiber, Gretje (1999): Norder Häuser; Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (VI) in: Ostfriesischer Kurier 24. Dezember 1999, S. 41</ref> Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 19. Jahrhundert.
==Galerie==
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Datei:Am Markt 30 und alte Nr. 31 heute Jugendcafe (0138010-2) MZ.jpg|Leider nur halb zu erkennen (links), fotografiert in der Zeit um 1953.
Datei:Am Markt 29 - 06 04 2003.jpg|Am Markt 29 - Aufnahme vom 6. April 2003.
Datei:Am Markt 29 - 24 07 2021.jpg|Am Markt 29 - Aufnahme vom 24. Juli 2021.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Vossenhus]]
*[[Mennonitengemeinde Norden]]
*[[Westerpastorei]]


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 1. Dezember 2025, 16:19 Uhr

Am Markt 29

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1890
Erbauer unbekannt
Bauweise Großes Stadthaus
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Markt 29

26506 Norden

Am Markt 29 befand sich seit etwa 1669 das Armenhaus der Sie hatte hier zudem ihre Pastorei, die sich westlich des Hauses Am Markt 27 an der danach benannten Mennonitenlohne befand.[1] Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte

Seit etwa 1669 gehörte das Grundstück der Norder Mennonitengemeinde, die hier ihr Armenhaus unterhielt.[3] In früheren Jahren war es üblich, dass die Kirchen die Armenwohlfahrt stellten und staatliche Unterstützung eher selten oder gar nicht vorhanden war. Das größte dieser Armenhäuser in bzw. um Norden war das Gasthaus (evangelisch-lutherisch), das in den Gemäuern des ehemaligen Klosters Marienthal (katholisch) seinen Sitz hatte. Daneben gab es noch das Armenhaus der evangelisch-reformierten Gemeinde.

Am 11. Januar 1796 verkaufte die Mennonitengemeinde ihr Armenhaus dem Bürger Aylt Behrends, doch schon nach einigen Monaten wechselte das Haus erneut den Besitzer. Der Goldschmied Meint Hayo Rykena wurde am 31. Oktober 1796 neuer Eigentümer. Rykena schien nur recht kurz im Besitz des Hauses zu bleiben, denn schon recht genau zwei Jahre später, am 23. Oktober 1798, verkaufte die Witwe des Pastors Henricus Wolken das Haus an den Zimmermeister Simon Weyerts für die Summe von 2.000 Gulden.[4]

Interessanterweise wird in dem Kaufbrief von 1798 erwähnt, dass die Stelle, wo die ehemalige Kirche gestanden hat, nicht mit verkauft wird, sondern der Witwe Wolken reserviert bleibt. Hierdurch lässt sich erkennen, dass die in der Geschichte der Norder Mennonitengemeinde erwähnte Kirche bzw. das Gemeindehaus sich folglich hier befunden hat, ehe die Gemeinde 1795 das Kettler'sche Haus am südlichen Marktplatz erwarb.[4][5]

Am 4. Dezember 1805 verkaufte Weyerts das Haus mit einer dabei stehenden Bude an Tiebe Reimers, Witwe des Kaufmanns Stephan Adolf von Lengen für 2.700 Gulden. Die Familie blieb noch bis mindestens 1810 im Besitz des Hauses, da zu dieser Zeit die Kinder van Lengens genannt wurden.[6] Am 26. Dezember 1817 gelangte das Haus dann in den Besitz des stellvertretenden Bürgermeisters Johan Hermann Schatteburg.[7]

Ab 1843 waren Schatteburgs Erben als Eigentümer des Hauses eingetragen. Ab 1875 findet sich Claas Jürgen Bruns, dem seine Witwe folgt. Bis zu seinem Tode 1926 gehörte das Haus dann dem Rechtsanwalt und Nationalsozialisten Dr. Peter Heuer. Spätestens 1950 war seine Witwe Minna Heuer, geb. Noosten, Eigentümerin. Um 1974 war Dr. Hans Amt Hauseigentümer, nach ihm seine Witwe Wilma. Seit ungefähr 1990 befand sich hier die Praxis von Dr. med. Wilhelm Stellmanns.[7] Später zog hier der für die Gebäudewirtschaft zuständige Teil der Norder Stadtverwaltung ein.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (1999): Norder Häuser; Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (VI) in: Ostfriesischer Kurier 24. Dezember 1999, S. 41
  2. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 10. November 2021
  3. Die Geschichte der Theelacht, abgerufen am 7. September 2021
  4. 4,0 4,1 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 85
  5. Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 135
  6. Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 86
  7. 7,0 7,1 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 87

Siehe auch