Gustav Engelkes

Aus Norder Stadtgeschichte
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Gustav Wilhelm Gerhard Engelkes (* 30. August 1905 in Westgaste; † 13. April 1973 in Norden) war Journalist, Schriftsteller und (ehemaliger) Nationalsozialist. Er war auch bekannt unter seinem Pseudonym Ulrich Schipper.

Leben

Gustav Engelkes war das achte und jüngste Kind eines Lehrers. Ab 1916 besuchte er das Ulrichsgymnasium in Norden, von dem er 1921 verwiesen wurde. Anschließend begann er eine kaufmännische Lehre, die er jedoch 1925 abbrach. Das darauf folgende Wanderleben, das ihn unter anderem in die Schweiz und nach Österreich führte, wurde durch eine schwere Erkrankung während eines Italienaufenthalts beendet, sodass er gezwungen war, ins elterliche Haus zurückzukehren. Eine weitere Reise führte ihn 1928 nach Belgien. Später betrieb er zeitweise gemeinsam mit einem Bruder eine Margarinevertretung und eine Presseagentur. Seit 1931 war er freier Schriftsteller; aus der im gleichen Jahr geschlossenen Ehe gingen sechs Kinder hervor.[1]

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten tat sich Engelkes als einer ihrer Wortführer hervor. Er nahm an den Bücherverbrennungen jüdischer und als entartet geltender Bücher bei der Sonnenwendfeier in Tidofeld teil und plante mehrere Blut-und-Boden-Spiele für Freilicht-Aufführungen.[2]

Engelkes nahm als Sanitäter am Zweiten Weltkrieg teil. Nach 1945 war er zeitweise Mitarbeiter der Norder Lokalredaktion der Ostfriesen-Zeitung. Bis zu seinem Tode schrieb er zahlreiche Beiträge für die Regionalpresse und Heimatkalender. Als Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Jugendbüchern, Gedichten und Theaterstücken machte er sich einen überregional bekannten Namen. Kritisch sind seine während des Dritten Reiches erschienenen Werke zu sehen, die von einer völkischen Ideologie waren; zehn dieser Werke standen nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR auf der Liste der auszusondernden Literatur.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Basse-Soltau, Ursula (1997): Biographie des Gustav Engelkes in der Historischen Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 33

Siehe auch