Zweiter Weltkrieg
Den Zweiten Weltkrieg überstand Norden relativ glimpflich, insbesondere im Hinblick auf die fast vollständige Vernichtung der Stadt Emden durch alliierte Luftangriffe. Zwar wurde auch Norden vereinzelt Ziel von Bombardements, doch handelte es sich größtenteils um Restbomben, die britische Bomber nicht über Emden abwerfen konnten. Da Norden als nicht kriegswichtig galt und keine Rüstungsindustrie oder bedeutende Militärgelände besaß, waren Luftangriffe die Ausnahme und dienten vor allem der psychologischen Kriegsführung durch Terrorisierung der Bevölkerung.
Zur Abwehr der Luftangriffe wurden eine Vielzahl an Flakstellungen und Bunker im Stadtgebiet errichtet. Beim Einsatz an der sogenannten "Heimatflak" kommen unzählige Norder Schüler zum Einsatz, die nach heutiger Definition als Kriegsgefangene gelten würden. Hunderte Söhne und Töchter der Stadt kommen zudem an allen Kriegsschauplätzen ums Leben oder geraten in Kriegsgefangenschaft, aus dem die meisten entweder nicht oder nur als gebrochene Menschen zurückkehren.
Verlauf
16. September 1940
Im Bezirk Norden werden einige Bomben geworfen, es entsteht nur ein geringer Sachschaden.
16. November 1940
In Norden fallen zwei Sprengbomben. Es kommt zu einigen Häuserschaden.
17. Januar 1941
In Norden werden einige Häuser durch Sprengbomben zerstört. Es gibt drei Tote und mehrere Verletzte.
6. November 1942
Auf Norden werden vier Bomben geworfen. Es gibt fünf Tote und mehrere Verletzte. Vier Häuser werden vernichtet, viele weitere beschädigt. In der näheren Umgebung gibt es auch Beschuss durch Bordwaffen.
15. Januar 1943
Ein feindliches Flugzeug greift die Stadt an und wirft vier Bomben. Es entsteht ein erheblicher Häuserschaden. Ein Toter und mehrere Verletzte sind zu beklagen.
18. September 1944
Zur Nachtzeit erfolgen bei Norden, bei Marienhafe und Siegelsum Überfälle durch Tiefflieger mit Bordwaffen und Brandbomben auf Militärlastkraftzüge. Mehrere Fahrzeuge brennen aus, es gibt mehrere Tote
30. September 1944
Am Abend erfolgt ein Angriff feindlicher Tiefflieger mit Bordwaffen auf Norden.
6. April 1945
Die Bombenabwürfe in Norden und der Umgebung werden seltener; dagegen kommt es immer wieder zu Tieffliegern, die die Bevölkerung terrorisieren, obwohl der Krieg längst verloren ist. Viele Einwohner verlassen Emden. Eisenbahnen und Landstraßen sind nur noch zur Nachtzeit benutzbar. Besonders in der Endphase des Krieges kommt es zu zahlreichen Kriegsverbrechen durch die britische Luftwaffe. Vor allem durch den Beschuss der auf das Land ausweichenden Zivilisten sind viele weitere Todesopfer zu beklagen. Längs der Landstraße nach Norden und Aurich liegen unzählige zerschossene Fahrzeuge. Noch am selben Tag schließt das Finanzamt Aurich seinen Dienstbetrieb.
20. April 1945
NSDAP-Kreisleiter Lenhard Everwien hält seine vorletzte Rede im Deutschen Haus, in dem er die Zuhörer des vollbesetzten Saals auf Adolf Hitler (der an diesem Tag Geburtstag hat) und auf einen Kampf bis zum Tode einschwört. Zu diesem Zeitpunkt stehen die alliierten Streitkräfte bereits vor Leer.
23. April 1945
Erneut fallen Bomben auf Norden und auch auf Aurich.
4. Mai 1945
Zunächst erreichen kanadische Truppen die Stadt, später kommen britische hinzu. Sie nehmen Norden kampflos ein. Fortan übernimmt die britische Militärregierung die Macht.