Schloss Tidofeld

Aus Norder Stadtgeschichte
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Schloss Tidofeld

Historische Zeichnung des Schlosses Tidofeld.
Basisdaten
Entstehungszeit um 1614
Erbauer Tido von Inn- und Knyphausen
Burgentyp Schloss
Erhaltungszustand geschliffen
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Das Schloss Tidofeld wurde um 1614 von Tido zu Innhausen und Knyphausen im heutigen Stadtteil gleichen Namens aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen bei Wilhelmshaven (Sengwarden) errichtet. Das Schloss fiel 1669 oder 1677 einem Brand zum Opfer (vermutlich durch Brandschatzung infolge einer Fehde innerhalb der Familie Innhausen) und wurde anschließend abgetragen.[1]

1612 erwarb Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen (1582-1638) ein Haus und Gut in Bargebur für 10100 Emder Gulden aus dem Besitz des Junkers Albrecht Schwinge. Dieser hatte das Land wiederum von einem Mann namens Siptet Remtsna geerbt. Das Land fiel mit der Erwerbung an Lütetsburg. 1614 erbaute Tido auf dem Grundstück ein Schloss, welches nur wenige Jahrzehnte später zerstört wurde. Nach seinem Tode fiel das Schloss an Dodo II., welcher zugleich der neue Herr von Lütetsburg wurde.

Im Verlaufe von Erbstreitigkeiten zwischen Dodo II. von Innhausen und Knyphausen und Haro Caspar von Innhausen und Knyphausen, einem Cousin aus dem niederländischen Nebenlinie der Familie, überfiel letzterer Tidofeld am 11.10.1669 mit über 100 Mann und beschoss es mit mehreren Geschützen. Durch Treffer der Korn und Heu lagernden Scheune geriet das Schloss in Brand. Das Schloss, oder das, was davon übrig blieb, wurde von Haro besetzt und einige Tage später geschliffen.[2][3][4][5]

Das Schloss bestand aus mehreren Gebäuden und verfügte über einen Turm, der dem des Schlosses Lütetsburg nicht unähnlich ist. Zum Anwesen gehörte ebenfalls ein Garten.

Vermutlich befand sich das Schloss zwischen der Straße gleichen Namens und der heutigen Umgehungsstraße auf der südlichen Seite der Heerstraße bzw. Landstraße. Hierauf deuten archäologische Funde aus dem Jahr 2014 hin.[6] Andere Quellen nennen den Bereich Ecke Westekelbur / Heerstraße als möglichen Standort. Hier befindet sich eine Anhöhe mit Wassergraben, auf dem sich heute ein Wohnhaus befindet.[7] Östlich dieser Stelle befindet sich ein Flurstück namens "Tidofelder Burgen- und Schlickplaats", welches zur Burg gehört haben könnte.[8][9] Heute steht dort ein historischer Gulfhof.


Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Müller, Günter: 293 Burgen und Schlösser im Raum Oldenburg-Ostfriesland, Oldenburg 1977
  2. Arends, Friedrich: Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, unveränderter Nachdruck 1972 der Ausgabe Emden 1824, S. 407
  3. Houtrouw, O.G.: Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Aurich 1889/1891, Leer 1974, S. 255 f.
  4. Das Bürgerhaus in Norden, Manuskript 2017
  5. Remmers, Arend: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 219
  6. Bericht über archäologische Funde der Ostfriesischen Landschaft
  7. Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft
  8. Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 3, S. 337
  9. Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 256