Leybuchtpolder

Aus Norder Stadtgeschichte
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Leybuchtpolder

Wappen
Höhe 2,0 m ü. NN
Fläche 10,523 km²
Einwohner 436 (31.12.2020)
Eingemeindung 1. Juli 1972
Bevölkerungsdichte 41 Einwohner/km²

Leybuchtpolder ist ein Stadtteil von Norden und hat 436 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 10,52 km² verteilen.

Nordöstlich grenzt Leybuchtpolder an Neuwesteel, südöstlich an Osteel, südwestlich an Greetsiel und nordwestlich an die Nordsee.

Namensherkunft

Nachdem während der verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert viel Land an das Meer verloren wurde, begannen die Menschen im Laufe der folgenden Jahrhunderte dem Meer dieses Land wieder abzuringen. Neu gewonnenes und eingedeichtes Land bezeichnete man als Polder. Da ein Großteil des Ortes der Leybucht entrissen wurde, fügte man diese beiden Namensbestandteile zusammen.

Wappen

Das Wappen wird etwa mittig von einem Wellenschnitt geteilt. Oben befindet sich ein blaues Kleeblatt auf goldenem Grund, unten ein goldenes Spatenblatt auf blauem Grund. Die Farben veranschaulichen als Stadtfarben die Zugehörigkeit zur Stadt Norden. Es soll versinnbildlichen, dass der Ort mit weitestgehend einfachsten Mitteln (wie z.B. Spaten) dem Meer abgerungen wurde und nun landwirtschaftlich besiedelt wird. Das Kleeblatt ist ein typisches Symbol der Landwirtschaft.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1956 474
1861 497
1970 484
2016 463
2020 436

Geografie

Leybuchtpolder liegt, wie der Name schon sagt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zur Einpolderung lag der Ort in der Leybucht.

Geschichte

Mittelalter

Beim Einbruch der Leybucht während einer Sturmflut am 9. Oktober 1374 wurden etwa 20.000 Hektar Land überflutet. Sowohl Norden (die heutige Kernstadt) als auch Marienhafe erhielten einen Zugang zum offenen Meer. Norden blieb danach noch über Jahrhunderte eine Hafenstadt von einiger Bedeutung. In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Weitergehende Eindeichungen wurden in den 1950ern zwar erwogen, später jedoch aus Naturschutzgründen nicht mehr umgesetzt, da die Leybucht ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist.

Neuzeit

Nach Abschluss der Eindeichung wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Dabei wurden sowohl Einheimische als auch Heimatvertriebene aus den früheren Ostgebieten des Deutschen Reichs berücksichtigt, die in der Region in größerer Zahl aufgenommen wurden. Einheimische wie Vertriebene erhielten jeweils die Hälfte des Landes. Bevorzugt berücksichtigt wurden dabei die Deicharbeiter, die die Landnahme mit ihrer Arbeit erst ermöglicht hatten.

Innerhalb des Polders wurden folgende Siedlungsflächen geschaffen: 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von zehn bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von sieben bis zehn Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten.[4] Etwa zwölf Kilometer Straßen wurden angelegt.

Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen.

Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der Sportverein Leybuchtpolder gegründet.

Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde. Seither vertritt ein Ortsvorsteher den Ort vor dem Rat und der Verwaltung der Stadt.

Verwaltung

Neuwesteel steht ein ehrenamtlicher Ortsvorsteher vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertritt. Als der Ort noch eine eigenständige Gemeinde war, standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung.

Bildung

Religion

Gesundheit und Soziales

Wirtschaft und Verkehr

Die praktisch einzigen Erwerbszweige Leybuchtpolders sind die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. 1960 gab es in Leybuchtpolder 104 landwirtschaftliche Betriebe, davon zählte nur einer zu den großen Betrieben, 74 zu den mittelgroßen und 29 zu den kleinen Betrieben. 1961 gab es 19 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, von denen vier Handwerksbetriebe waren, was einer Quote von 21 % entspricht. Die Zahl der Erwerbspersonen belief sich auf 315. Der Anteil der Auspendler und Einpendler lag bei 11 bzw. 20 %.

Sehenswürdigkeiten

Quellenverzeichnis