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Version vom 9. April 2021, 11:35 Uhr
Drei Schwestern | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1570-1630 (1991) | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 12-14
26506 Norden | |||||||
Die Drei Schwestern sind ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble an der Südseite des Norder Marktplatzes. Der Name ergibt sich aus der baulichen Ähnlichkeit der drei Gebäude. Neben dem hochdeutschen Namen ist auch der plattdeutsche "Dree Süsters" geläufig.
Geschichte
Das Ensemble besteht aus drei giebelständigen Backsteinbauten, die im 16. und 17. Jahrhundert im Stil der Renaissance erbaut wurden. Das Gebäude mit der Hausnummer 12 entstand um 1570, das mittlere und das rechte um 1630.[1] Über die Erbauer ist nichts bekannt, aufgrund der Bauweise (siehe Beschreibung) ist jedoch anzunehmen, dass niederländische Kaufleute die Bauten errichtet haben.
Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen. Sein Giebel wurde im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.[2] Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte Rathaus im Herbst 1883 erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der Drei Schwestern. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom Wachthaus am Marktplatz zeitnah erfolgte.[3]
Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden ab etwa 1886 als Spritzenhaus für die Norder Feuerwehr genutzt. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung "Sergeant" der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der Polizeidiener, stand jedoch noch unter den Wachtmeistern.[3] Bis zu ihrem Umzug im Oktober 1945 in den Engenahof blieb die Norder Polizei hier ansässig.
Heute befinden sich in der linken Schwester ein Fahrradladen ("De Fietsenmoaker"), in der Mitte die Boutique "Wöltjen". Die rechte Schwester beherbergte nach ihrem Wiederaufbau ursprünglich das städtische Fremdenverkehrsbüro, heute eine Hospizgruppe.
Beschreibung
Die beiden linken Giebel sind Teil eines Doppelhauses. Der linke Giebel ist im Übergangsstil von Gotik zu Renaissance ausgeführt worden. Er wirkt wie ein gotischer Staffelgiebel, in dessen Abtreppungen Viertelkreise gestellt wurden. Damit weist er bereits Ansätze zum Schweifgiebel auf, der beim etwas später entstandenen mittleren Haus (Hausnummer 13) bereits voll ausgeprägt ist.[4] Im oberen Zentrum der Giebel ist im Mauerwerk pro Gebäude jeweils ein Kreissegment mit Diamantquaderung zu sehen. In dessen Zentrum befindet sich in den beiden erhaltenen Häusern als Schmuckelement jeweils ein Delfter (Niederlande), im rekonstruierten Haus Nummer 14 ein Teller aus Harlingen (Niederlande).[5]
Alle drei besitzen Gurtgesimse, das Haus Nr. 12 hat zusätzlich auch noch Traufsteine aus Sandstein. Diese Sandsteinbänderungen wurden im 17. Jahrhundert erneuert. Die ursprüngliche Fenstergliederung ist an der marktzugewandten Seite durch die doppelten Entlastungsbögen mit Diamantquaderung noch erkennbar.[6] Die linke Schwester verfügt auch der rückwärtige Giebel über Entlastungsbögen.[5]
Einzelnachweise
- ↑ Rund um den Marktplatz auf Norden.de, abgerufen am 9. April 2021
- ↑ Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 74
- ↑ 3,0 3,1 Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37-40
- ↑ Kiesow, Gottfried (2010): Architekturführer Ostfriesland, Bonn, S. 275
- ↑ 5,0 5,1 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 169
- ↑ Borchert, Antje (2014): Dree Süsters. Beschreibung für den Tag des offenen Denkmals