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Der Name des Hofes ist seit 1700 als ''Rysdick'' belegt.<ref>StAA, Rep. 4, B I, Nr. 229b</ref> 1745 folgt ''Risdick'', 1749 ''Rysdick'' und 1788 schließlich die heutige Schreibweise ''Rysdyk''.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 993</ref> Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Seine Entstehung ist frühestens in der Zeit nach 1583 zu suchen, da sich das Gebiet auf dem erst dann erschlossenen [[Westermarscher Neuland]] befindet. | Der Name des Hofes ist seit 1700 als ''Rysdick'' belegt.<ref>StAA, Rep. 4, B I, Nr. 229b</ref> 1745 folgt ''Risdick'', 1749 ''Rysdick'' und 1788 schließlich die heutige Schreibweise ''Rysdyk''.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 993</ref> Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Seine Entstehung ist frühestens in der Zeit nach 1583 zu suchen, da sich das Gebiet auf dem erst dann erschlossenen [[Westermarscher Neuland]] befindet. | ||
Der Name gehört zu den Fachausdrücken des Wasserbaus und bezeichnet einen mit Buschwerk befestigten Deich oder Faschinendeich bzw. einen mit Strauchsinkstücken erstellten Damm.<ref>Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 191</ref> Möglich ist jedoch auch eine Benennung nach einem Familiennamen. So findet ein [[Jacob Rijsdijk]], ein [[Mennonitengemeinde Norden|mennonitischer Prediger]] in der Geschichte Nordens Erwähnung. Dieser steht jedoch wohl eher nicht in einer Beziehung zum Hof, wenngleich sein Name wahrscheinlich einen ähnlichen Ursprung hat. 1811 werden im Einwohnerverzeichnis zwei weitere Personen mit dem Namen ''Rysdyk'' genannt. Ihre Berufe werden jedoch als Fuhrmann und Schiffer angegeben, sodass davon auszugehen ist, dass auch sie keine Beziehung zum Hof haben.<ref>Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 37</ref> | Der Name gehört zu den Fachausdrücken des Wasserbaus und bezeichnet einen mit Buschwerk befestigten Deich oder Faschinendeich bzw. einen mit Strauchsinkstücken erstellten Damm.<ref>Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 191</ref> Möglich ist jedoch auch eine Benennung nach einem Familiennamen. So findet ein [[Jacob Rijsdijk]], ein [[Mennonitengemeinde Norden|mennonitischer Prediger]] in der Geschichte Nordens Erwähnung. Dieser steht jedoch wohl eher nicht in einer Beziehung zum Hof, wenngleich sein Name wahrscheinlich einen ähnlichen Ursprung hat. Ebenso findet ein [[Jacob Rysdyck|Jacob H. Rysdy(c)k]] in der Norder Stadtgeschichte Erwähnung.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 77</ref> | ||
1811 werden im Einwohnerverzeichnis zwei weitere Personen mit dem Namen ''Rysdyk'' genannt. Ihre Berufe werden jedoch als Fuhrmann und Schiffer angegeben, sodass davon auszugehen ist, dass auch sie keine Beziehung zum Hof haben.<ref>Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 37</ref> | |||
1594 soll sich an der Stelle des heutigen Hofs noch das sogenannte ''Enno Karstens Hauß'' befunden haben.<ref>StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889</ref> In der Zeit um 1793 gehörte der Hof dann offenbar dem Ausmiener (Auktionator) Fridag.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 195</ref> 1848 gehörten zum Hof zwei Wohngebäude, die 22 Personen beherbergten.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:55329 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 55329</ref> | 1594 soll sich an der Stelle des heutigen Hofs noch das sogenannte ''Enno Karstens Hauß'' befunden haben.<ref>StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889</ref> In der Zeit um 1793 gehörte der Hof dann offenbar dem Ausmiener (Auktionator) Fridag.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 195</ref> 1848 gehörten zum Hof zwei Wohngebäude, die 22 Personen beherbergten.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:55329 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 55329</ref> | ||
Version vom 30. April 2024, 09:11 Uhr
Hof Rysdyk | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | um oder vor 1700 |
| Erbauer | unbekannt |
| Bauweise | Gulfhof |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Rysdyker Weg 1
26506 Norden |
Der Hof Rysdyk (auch: Rysdyk) ist ein historischer Gulfhof in Westermarsch I. Das Gebäude wird heute vom Verein Tomtes Hof genutzt.
Geschichte
Der Name des Hofes ist seit 1700 als Rysdick belegt.[1] 1745 folgt Risdick, 1749 Rysdick und 1788 schließlich die heutige Schreibweise Rysdyk.[2] Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Seine Entstehung ist frühestens in der Zeit nach 1583 zu suchen, da sich das Gebiet auf dem erst dann erschlossenen Westermarscher Neuland befindet.
Der Name gehört zu den Fachausdrücken des Wasserbaus und bezeichnet einen mit Buschwerk befestigten Deich oder Faschinendeich bzw. einen mit Strauchsinkstücken erstellten Damm.[3] Möglich ist jedoch auch eine Benennung nach einem Familiennamen. So findet ein Jacob Rijsdijk, ein mennonitischer Prediger in der Geschichte Nordens Erwähnung. Dieser steht jedoch wohl eher nicht in einer Beziehung zum Hof, wenngleich sein Name wahrscheinlich einen ähnlichen Ursprung hat. Ebenso findet ein Jacob H. Rysdy(c)k in der Norder Stadtgeschichte Erwähnung.[4]
1811 werden im Einwohnerverzeichnis zwei weitere Personen mit dem Namen Rysdyk genannt. Ihre Berufe werden jedoch als Fuhrmann und Schiffer angegeben, sodass davon auszugehen ist, dass auch sie keine Beziehung zum Hof haben.[5]
1594 soll sich an der Stelle des heutigen Hofs noch das sogenannte Enno Karstens Hauß befunden haben.[6] In der Zeit um 1793 gehörte der Hof dann offenbar dem Ausmiener (Auktionator) Fridag.[7] 1848 gehörten zum Hof zwei Wohngebäude, die 22 Personen beherbergten.[8]
Einzelnachweise
- ↑ StAA, Rep. 4, B I, Nr. 229b
- ↑ StAA, Rep. 37, Nr. 993
- ↑ Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer, S. 191
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 77
- ↑ Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 37
- ↑ StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889
- ↑ Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 195
- ↑ Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 55329