Zuckerraffinerie: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Raffinerie wurde 1777 vom Kaufmann Christian David Elter aus Amsterdam errichtet, welcher gebürtig aus Leer stammt und versuchte, mit diesem Unternehmen wirtschaftlichen in Norden Fuß zu fassen. Geplant war, Zucker aus den französischen Kolonien über Bordeaux nach Norden zu importieren und daraus Kandis herzustellen. Schon damals waren die Ostfriesen eine "Teetrinkernation" und der Bedarf an Kandis prinzipiell hoch. Für den Bau ließ Kaufmann Elter den [[Zuckerpolder]] von 1774 bis 1775 eindeichen. Hier plante er auch die Errichtung einer Seifensiederei, einer Ziegelei für Dachpfannen und eine Kalkbrennerei. Die | |||
Der Name des 1774 eingedeichten Polders (15 Hektar) in der Nähe des Gastmarscher Tiefs, geht auf eine Zuckerraffinerie (Zuckerbäckerei) zurück, die hier 1777 errichtet, aber schon 1784 wieder abgebrochen wurde. Weiterhin sollte hier eine Seifensiederei, eine Ziegelei für Dachpfannen und Ziegeln, eine Kalkbrennerei angelegt werden. Der Besitzer Kaufmann Christian David Elter, geboren in Leer, der in Amsterdam wohnte, beabsichtigte, Rohzucker aus Frankreich (Bordeaux) einzuführen und in seiner "Fabrique" zu Kandis zu verarbeiten. Doch in einem gewaltigen Sturm im Jahre 1775 brachen einige neue Polderdeiche, darunter der des Elterschen Polders. Das Kapital zum Bau der Zuckerfabrik musste nun zur Deichreparatur verwendet werden. Doch ein weiterer Sturm 1776 machte wieder alles zunichte. Eine geforderte Investitionshilfe bei S. Königlichen Majestät wurde abgelehnt. Auch eine Abordnung der Krieges-und Domänenkammer, die sich 1777 für die neue Zuckerfabrik einsetzte, konnte die Königliche Regierung nicht beeinflussen. 1778 war Elter zahlungsunfähig geworden und floh wahrscheinlich nach Amsterdam (1). Seit 1854 wurde neben Zuckerpolder auch die Bezeichnung "Ziegelei" für den Polder amtlich. Die Ziegelei wurde 1775 fertig, aber 1784 zum Weiterbetrieb verkauft. Der Zuckerpolder (15 Hektar) liegt direkt am südlich gelegenen Norder Tief westlich von Gastmarschersiel (2). | |||
==Quellenverzeichnis== | ==Quellenverzeichnis== | ||
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft | * [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft | ||
* Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript | |||
* Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff. | |||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[ | *[[Zuckerpolder]] | ||
*[[ | *[[Zuckerpolderstraße]] | ||
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Version vom 21. Januar 2021, 22:46 Uhr
Zuckerraffinerie | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Kategorie | Gebäude in Westermarsch I | |||||||
| Stadtteil/-viertel | Westermarsch I | |||||||
| Genaue Lage | auf dem Zuckerpolder | |||||||
Bis 1784 gab es in Westermarsch I eine Zuckerraffinerie. Diese befand sich auf dem Zuckerpolder, der seinen Namen von der Raffinerie erhalten hat.
Die Raffinerie wurde 1777 vom Kaufmann Christian David Elter aus Amsterdam errichtet, welcher gebürtig aus Leer stammt und versuchte, mit diesem Unternehmen wirtschaftlichen in Norden Fuß zu fassen. Geplant war, Zucker aus den französischen Kolonien über Bordeaux nach Norden zu importieren und daraus Kandis herzustellen. Schon damals waren die Ostfriesen eine "Teetrinkernation" und der Bedarf an Kandis prinzipiell hoch. Für den Bau ließ Kaufmann Elter den Zuckerpolder von 1774 bis 1775 eindeichen. Hier plante er auch die Errichtung einer Seifensiederei, einer Ziegelei für Dachpfannen und eine Kalkbrennerei. Die
Der Name des 1774 eingedeichten Polders (15 Hektar) in der Nähe des Gastmarscher Tiefs, geht auf eine Zuckerraffinerie (Zuckerbäckerei) zurück, die hier 1777 errichtet, aber schon 1784 wieder abgebrochen wurde. Weiterhin sollte hier eine Seifensiederei, eine Ziegelei für Dachpfannen und Ziegeln, eine Kalkbrennerei angelegt werden. Der Besitzer Kaufmann Christian David Elter, geboren in Leer, der in Amsterdam wohnte, beabsichtigte, Rohzucker aus Frankreich (Bordeaux) einzuführen und in seiner "Fabrique" zu Kandis zu verarbeiten. Doch in einem gewaltigen Sturm im Jahre 1775 brachen einige neue Polderdeiche, darunter der des Elterschen Polders. Das Kapital zum Bau der Zuckerfabrik musste nun zur Deichreparatur verwendet werden. Doch ein weiterer Sturm 1776 machte wieder alles zunichte. Eine geforderte Investitionshilfe bei S. Königlichen Majestät wurde abgelehnt. Auch eine Abordnung der Krieges-und Domänenkammer, die sich 1777 für die neue Zuckerfabrik einsetzte, konnte die Königliche Regierung nicht beeinflussen. 1778 war Elter zahlungsunfähig geworden und floh wahrscheinlich nach Amsterdam (1). Seit 1854 wurde neben Zuckerpolder auch die Bezeichnung "Ziegelei" für den Polder amtlich. Die Ziegelei wurde 1775 fertig, aber 1784 zum Weiterbetrieb verkauft. Der Zuckerpolder (15 Hektar) liegt direkt am südlich gelegenen Norder Tief westlich von Gastmarschersiel (2).
Quellenverzeichnis
- Beschreibung von Westermarsch I in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
- Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript
- Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.