Große Neustraße 13: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 36: | Zeile 36: | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Wann genau und wem das Gebäude errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit SIcherheit sagen, im Kern stammt es jedoch in jedem Fall aus dem späten 16. Jahrhundert.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannte [[Klosterformat|Klosterformatsteine]].<ref name=":0" /> Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil vor allem die Klöster der Zisterzienser (Benediktiner) bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.<ref>[https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2009/3/backstein-ist-nicht-gleich-backstein.php Backstein ist nicht gleich Backstein], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit und wurden wohl im Lütetsburger Forst geschlagen. Die Verwendung dieser auch als Krummhölzer bezeichneten Balken, die so auch beim Bau des [[Altes Rathaus|Altes Rathauses]] zum Einsatz kamen, sind ein weiterer Hinweis auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 129</ref> | Wann genau und wem das Gebäude errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit SIcherheit sagen, im Kern stammt es jedoch in jedem Fall aus dem späten 16. Jahrhundert.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannte [[Klosterformat|Klosterformatsteine]].<ref name=":0" /> Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil vor allem die Klöster der Zisterzienser (Benediktiner) bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.<ref>[https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2009/3/backstein-ist-nicht-gleich-backstein.php Backstein ist nicht gleich Backstein], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit und wurden wohl im Lütetsburger Forst geschlagen. Die Verwendung dieser auch als Krummhölzer bezeichneten Balken, die so auch beim Bau des [[Altes Rathaus|Altes Rathauses]] zum Einsatz kamen, sind ein weiterer Hinweis auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 129</ref> | ||
Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert; er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.<ref name=":1">[https://www.ostfriesland.travel/sehenswuerdigkeiten/sehenswuerdigkeit/kunsthaus-norden-norden-norddeich Beschreibung auf Ostfriesland.travel], abgerufen am 10. Mai 2021</ref> 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.<ref name=":0" /> | Im Wesentlichen stammt der gesamte hintere Gebäudeteil jedoch aus dem 17. Jahrhundert.<ref name=":3" /> Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert; er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.<ref name=":1">[https://www.ostfriesland.travel/sehenswuerdigkeiten/sehenswuerdigkeit/kunsthaus-norden-norden-norddeich Beschreibung auf Ostfriesland.travel], abgerufen am 10. Mai 2021</ref> 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.<ref name=":0" /> | ||
Von August 1883 bis zur Fertigstellung des Neubaus an der [[Große Neustraße 1|Großen Neustraße 1]] gut 20 Jahre später war das Gebäude Sitz der [[Sparkasse Aurich-Norden|Stadtsparkasse Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 107</ref> 1989 wurde das Gebäude vom [[Kunstkreis|Norder Kunstkreis]] erworben.<ref name=":0" /><ref name=":2">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des [[Vossenhus]] beteiligt war.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.</ref> Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden. Seit 1995 ist das Kunsthaus, so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort einer ständigen Ausstellung von Malerei, Grafik und Skulpturen.<ref name=":1" /> | Von August 1883 bis zur Fertigstellung des Neubaus an der [[Große Neustraße 1|Großen Neustraße 1]] gut 20 Jahre später war das Gebäude Sitz der [[Sparkasse Aurich-Norden|Stadtsparkasse Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 107</ref> 1989 wurde das Gebäude vom [[Kunstkreis|Norder Kunstkreis]] erworben.<ref name=":0" /><ref name=":2">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des [[Vossenhus]] beteiligt war.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.</ref> Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden. Bei der Renovierung wurde großen Wert auf eine ursprüngliche Rekonstruktion des Bestandsbaus gelegt worden, unter anderem wurde auf zeitgenössische Baumaterialien wie Muschelkalk zurückgegriffen.<ref name=":3" /> | ||
Seit 1995 ist das Kunsthaus, so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort einer ständigen Ausstellung von Malerei, Grafik und Skulpturen.<ref name=":1" /> | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Version vom 26. September 2021, 19:04 Uhr
Große Neustraße 13 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| {{#multimaps: | Title = Große Neustraße 13 | Text = Gebäude in Norden | center = 53.59388143554529, 7.209465935540447 | circle = 53.59388143554529, 7.209465935540447 : 10 | zoom = 18 | width = 300px | height = 300px
}} | |
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1580 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Große Neustraße 13
26506 Norden | |||||||
Das Haus Große Neustraße 13 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Großen Neustraße. Seit 1989 gehört es dem Norder Kunstverein, weshalb es auch als Kunsthaus bezeichnet wird.
Geschichte
Wann genau und wem das Gebäude errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit SIcherheit sagen, im Kern stammt es jedoch in jedem Fall aus dem späten 16. Jahrhundert.[1][2] Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannte Klosterformatsteine.[1] Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil vor allem die Klöster der Zisterzienser (Benediktiner) bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.[3] Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit und wurden wohl im Lütetsburger Forst geschlagen. Die Verwendung dieser auch als Krummhölzer bezeichneten Balken, die so auch beim Bau des Altes Rathauses zum Einsatz kamen, sind ein weiterer Hinweis auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.[4]
Im Wesentlichen stammt der gesamte hintere Gebäudeteil jedoch aus dem 17. Jahrhundert.[4] Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert; er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.[5] 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.[1]
Von August 1883 bis zur Fertigstellung des Neubaus an der Großen Neustraße 1 gut 20 Jahre später war das Gebäude Sitz der Stadtsparkasse Norden.[6] 1989 wurde das Gebäude vom Norder Kunstkreis erworben.[1][2] Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des Vossenhus beteiligt war.[1] Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden. Bei der Renovierung wurde großen Wert auf eine ursprüngliche Rekonstruktion des Bestandsbaus gelegt worden, unter anderem wurde auf zeitgenössische Baumaterialien wie Muschelkalk zurückgegriffen.[4]
Seit 1995 ist das Kunsthaus, so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort einer ständigen Ausstellung von Malerei, Grafik und Skulpturen.[5]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.
- ↑ 2,0 2,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97
- ↑ Backstein ist nicht gleich Backstein, abgerufen am 4. Mai 2021
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 129
- ↑ 5,0 5,1 Beschreibung auf Ostfriesland.travel, abgerufen am 10. Mai 2021
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 107
