Ufke Cremer: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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[[Datei:Neuer Friedhof Ufke Cremer Grab 15052021 08.jpg|mini|248x248px|Die Grabstätte des Ufke Cremer und seiner Familie auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] in [[Ostlintel]].]]
[[Datei:Neuer Friedhof Ufke Cremer Grab 15052021 08.jpg|mini|248x248px|Die Grabstätte des Ufke Cremer und seiner Familie auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] in [[Ostlintel]].]]
'''Ufke Cremer''' (* 30. September 1887 in Timmel; † 16. Oktober 1958 in Norden) war der bedeutendste Heimatforscher unserer Stadt. Seinen jahrzehntelangen Forschungen ist ein großer Teil des Wissens über die Norder Stadtgeschichte zu verdanken. Ihm zu Ehren wurde die [[Ufke-Cremer-Straße]] benannt. Ferner ist bzw. war er Träger des Bundesverdienstkreuzes.
'''Ufke Cremer''' (* 30. September 1887 in Timmel; † 16. Oktober 1958 in Norden) war der wohl bedeutendste Heimatforscher unserer Stadt. Seinen jahrzehntelangen Forschungen ist ein großer Teil des Wissens über die Norder Stadtgeschichte zu verdanken. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Posthum wurde ihm zu Ehren die [[Ufke-Cremer-Straße]] benannt.


==Leben==
==Leben==
Ufke Cremer wurde als Sohn eines Lehrers in Timmel geboren. Schon bald nach der Geburt zog die Familie jedoch nach Norden, wo Cremer aufwuchs und sein Leben lang bleiben sollte. Nach dem Abitur am [[Ulrichsgymnasium]] studierte er Lehramt und wurde 1918 selbst Lehrer an seiner alten Schule. Hier unterrichtete er Geschichte, Latein und Griechisch sowie zu Beginn seiner Laufbahn auch Musik und Geografie.
Ufke Cremer wurde als Sohn eines Lehrers in Timmel geboren. Schon bald nach der Geburt zog die Familie jedoch nach Norden, wo Cremer aufwuchs und sein Leben lang bleiben sollte. Nach dem Abitur am [[Ulrichsgymnasium]] studierte er Lehramt und wurde 1918 selbst Lehrer an seiner alten Schule. Hier unterrichtete er Geschichte, Latein und Griechisch sowie zu Beginn seiner Laufbahn auch Musik und Geografie.


In den 1920er Jahren begann er, die Norder Geschichte herauszuarbeiten. Seine Stellung als Gymnasiallehrer (Studienrat) ermöglichte es ihm, sich umfangreiche Materialien aus dem Staatsarchiv in Aurich zu leihen. Sein Vorbild war [[Friedrich Sundermann]], der Jahre vor ihm bereits umfangreiche Werke zur Regionalgeschichte verfasste. In den 1930er Jahren war er er unter anderem an der Veröffentlichung des "Ostfriesenwart", des Mitteilungsblattes der ostfriesischen Heimatvereine, beteiligt. Von 1943 bis 1945 war er Mitglied der Ostfriesischen Landschaft.
In den 1920er Jahren begann er, die Norder Geschichte herauszuarbeiten. Seine Stellung als Gymnasiallehrer (Studienrat) ermöglichte es ihm, sich umfangreiche Materialien aus dem Staatsarchiv in Aurich zu leihen. Sein Vorbild war [[Friedrich Sundermann]], der Jahre vor ihm bereits umfangreiche Werke zur Regionalgeschichte verfasste. In den 1930er Jahren war er er unter anderem an der Veröffentlichung des ''Ostfriesenwart'', des Mitteilungsblattes der ostfriesischen Heimatvereine, beteiligt. Von 1943 bis 1945 war er Mitglied der Ostfriesischen Landschaft.


Gemeinsam mit seiner Frau [[Lina Cremer]] hatte er zwei Söhne: [[Ufke Cremer (1920)|Ufke Cremer]] und [[Ludwig Cremer]]. Während sein gleichnamiger Sohn bereits im zweiten Monat des Zweiten Weltkriegs starb, erlag sein jüngerer Sohn im Oktober 1945 an den Folgen einer Kriegsverwundung.
Gemeinsam mit seiner Frau [[Lina Cremer]] hatte er zwei Söhne: [[Ufke Cremer (1920)|Ufke Cremer]] und [[Ludwig Cremer]]. Während sein gleichnamiger. älterer Sohn bereits im zweiten Monat des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] starb, erlag sein jüngerer Sohn im Oktober 1945 an den Folgen einer Kriegsverwundung.


Nach seiner Pensionierung fasste Cremer seine zahlreichen Forschungen zusammen und veröffentlichte sie, womit er sich selbst ein Denkmal setzte. Die Ostfriesische Landschaft schreibt ihm zu, dass er zu einem Schlag Menschen gehört, "die aus Bescheidenheit ihr Licht unter den Scheffel stellen und eines Anstoßes bedürfen, um ihr Wissen nicht mit sich sterben zu lassen.".
Nach seiner Pensionierung fasste Cremer seine zahlreichen Forschungen zusammen und veröffentlichte sie, womit er sich selbst ein Denkmal setzte. Die Ostfriesische Landschaft schreibt ihm zu, dass er zu einem Schlag Menschen gehört, ''"die aus Bescheidenheit ihr Licht unter den Scheffel stellen und eines Anstoßes bedürfen, um ihr Wissen nicht mit sich sterben zu lassen."''


Anlässlich der [[700-Jahr-Feier]] der Stadt Norden im Jahre 1955 fasste Cremer seine unzähligen Werke in dem Buch "Norden im Wandel der Zeiten" konzentriert zusammen. Es war sein erstes und einziges Buch, der restliche Teil seiner Ausarbeitungen wurden vor allem in Zeitungen veröffentlicht. Das Buch gilt bis heute als unentbehrliches Standardwerk für die Norder Stadtgeschichte.<ref>Canzler, Gerhard (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, Vorwort</ref> Ein Jahr später wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 111</ref>
Anlässlich der 700-Jahrfeier der Stadt Norden im Jahre 1955 fasste Cremer seine unzähligen Werke und Erkenntnisse in dem Buch ''Norden im Wandel der Zeiten'' konzentriert zusammen. Es war sein erstes und einziges Buch, der restliche Teil seiner Ausarbeitungen wurden vor allem in Zeitungen veröffentlicht. Das Buch gilt bis heute als unentbehrliches Standardwerk für die Norder Stadtgeschichte.<ref>Canzler, Gerhard (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, Vorwort</ref> Ein Jahr später wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 111</ref>


Cremer wurde auf dem [[Neuer Friedhof|Parkfriedhof]] in [[Ostlintel]] bestattet. An er selben Grabstätte ruhen auch seine Familienmitglieder.<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/27814/Ufke-Cremer--Norden-neuer+Friedhof Grab des Ufke Cremer] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 12. April 2021</ref>
Cremer starb 1958 in Norden und wurde auf dem [[Neuer Friedhof|Parkfriedhof]] in [[Ostlintel]] bestattet. An der selben Grabstätte ruhen auch seine Familienmitglieder.<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/27814/Ufke-Cremer--Norden-neuer+Friedhof Grab des Ufke Cremer] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 12. April 2021</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Ubbo Emmius]]
*[[Gerhard Canzler]]


[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]

Version vom 8. September 2021, 09:40 Uhr

Die Grabstätte des Ufke Cremer und seiner Familie auf dem Neuen Friedhof in Ostlintel.

Ufke Cremer (* 30. September 1887 in Timmel; † 16. Oktober 1958 in Norden) war der wohl bedeutendste Heimatforscher unserer Stadt. Seinen jahrzehntelangen Forschungen ist ein großer Teil des Wissens über die Norder Stadtgeschichte zu verdanken. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Posthum wurde ihm zu Ehren die Ufke-Cremer-Straße benannt.

Leben

Ufke Cremer wurde als Sohn eines Lehrers in Timmel geboren. Schon bald nach der Geburt zog die Familie jedoch nach Norden, wo Cremer aufwuchs und sein Leben lang bleiben sollte. Nach dem Abitur am Ulrichsgymnasium studierte er Lehramt und wurde 1918 selbst Lehrer an seiner alten Schule. Hier unterrichtete er Geschichte, Latein und Griechisch sowie zu Beginn seiner Laufbahn auch Musik und Geografie.

In den 1920er Jahren begann er, die Norder Geschichte herauszuarbeiten. Seine Stellung als Gymnasiallehrer (Studienrat) ermöglichte es ihm, sich umfangreiche Materialien aus dem Staatsarchiv in Aurich zu leihen. Sein Vorbild war Friedrich Sundermann, der Jahre vor ihm bereits umfangreiche Werke zur Regionalgeschichte verfasste. In den 1930er Jahren war er er unter anderem an der Veröffentlichung des Ostfriesenwart, des Mitteilungsblattes der ostfriesischen Heimatvereine, beteiligt. Von 1943 bis 1945 war er Mitglied der Ostfriesischen Landschaft.

Gemeinsam mit seiner Frau Lina Cremer hatte er zwei Söhne: Ufke Cremer und Ludwig Cremer. Während sein gleichnamiger. älterer Sohn bereits im zweiten Monat des Zweiten Weltkriegs starb, erlag sein jüngerer Sohn im Oktober 1945 an den Folgen einer Kriegsverwundung.

Nach seiner Pensionierung fasste Cremer seine zahlreichen Forschungen zusammen und veröffentlichte sie, womit er sich selbst ein Denkmal setzte. Die Ostfriesische Landschaft schreibt ihm zu, dass er zu einem Schlag Menschen gehört, "die aus Bescheidenheit ihr Licht unter den Scheffel stellen und eines Anstoßes bedürfen, um ihr Wissen nicht mit sich sterben zu lassen."

Anlässlich der 700-Jahrfeier der Stadt Norden im Jahre 1955 fasste Cremer seine unzähligen Werke und Erkenntnisse in dem Buch Norden im Wandel der Zeiten konzentriert zusammen. Es war sein erstes und einziges Buch, der restliche Teil seiner Ausarbeitungen wurden vor allem in Zeitungen veröffentlicht. Das Buch gilt bis heute als unentbehrliches Standardwerk für die Norder Stadtgeschichte.[1] Ein Jahr später wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.[2]

Cremer starb 1958 in Norden und wurde auf dem Parkfriedhof in Ostlintel bestattet. An der selben Grabstätte ruhen auch seine Familienmitglieder.[3]

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, Vorwort
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 111
  3. Grab des Ufke Cremer auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 12. April 2021

Quellenverzeichnis

  • Deeters, Walter (1993): Ostfriesische Landschaft. Biographie des Ufke Cremer, Aurich (Link)

Siehe auch