Johanne Meinberg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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'''Johanne Meinberg, geb. Pique''' (* 12. Oktober 1909; 7. März 2000)<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/28541/Robert-Meinberg--Norden-neuer+Friedhof Grabstein der Johanne Meinberg] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 24. Juli 2021</ref> war ein Norder Hotelier. 1934 kam das [[Deutsches Haus|Hotel Deutsches Haus]] in den Besitz von ihr und ihrem Mann [[Robert Meinberg]]. Die beiden renovierten bzw. modernisierten es grundlegend. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanssseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref>
'''Johanne Meinberg, geb. Pique''' (* 12. Oktober 1909; 7. März 2000)<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/28541/Robert-Meinberg--Norden-neuer+Friedhof Grabstein der Johanne Meinberg] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 24. Juli 2021</ref> war eine Norder Hotelierin. 1934 kam das [[Deutsches Haus|Hotel Deutsches Haus]] in den Besitz von ihr und ihrem Mann [[Robert Meinberg]]. Die beiden renovierten bzw. modernisierten es grundlegend. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanssseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref>


Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierten Meinbergs erneut große Summen in sein Hotel. Sie errichteten eine neue Eingangshalle, erbauten den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245</ref> Nach 39 Jahren übergaben Meinbergs den Hotelbetrieb 1973 an ihren Sohn [[Herbert Meinberg]], der ihn mit seiner [[Helga Meinberg|Frau Helga]] erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.<ref name=":2" />
Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierten Meinbergs erneut große Summen in sein Hotel. Sie errichteten eine neue Eingangshalle, erbauten den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245</ref> Nach 39 Jahren übergaben Meinbergs den Hotelbetrieb 1973 an ihren Sohn [[Herbert Meinberg]], der ihn mit seiner [[Helga Meinberg|Frau Helga]] erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.<ref name=":2" />

Version vom 24. Juli 2021, 02:05 Uhr

Johanne Meinberg, geb. Pique (* 12. Oktober 1909; 7. März 2000)[1] war eine Norder Hotelierin. 1934 kam das Hotel Deutsches Haus in den Besitz von ihr und ihrem Mann Robert Meinberg. Die beiden renovierten bzw. modernisierten es grundlegend. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanssseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.[2] Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der Großen Hinterlohne, wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.[3] Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Hotelbetrieb weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter Lenhard Everwien am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.[4]

Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierten Meinbergs erneut große Summen in sein Hotel. Sie errichteten eine neue Eingangshalle, erbauten den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.[5] Nach 39 Jahren übergaben Meinbergs den Hotelbetrieb 1973 an ihren Sohn Herbert Meinberg, der ihn mit seiner Frau Helga erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.[3]

Einzelnachweise

  1. Grabstein der Johanne Meinberg auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 24. Juli 2021
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127
  3. 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128
  4. Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft
  5. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245

Siehe auch