Gräfin-Theda-Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach langer Planung wurde 1912 der Neubau des Schulgebäudes an der [[Gartenstraße]] verwirklicht. Die Schule wurde zu Ehren von [[Theda Ukena]] benannt. Theda war durch Heirat mit [[Ulrich Cirksena]] zur Gräfin von Ostfriesland aufgestiegen. Ein gemeinsamer Sohn Sohn war der spätere Graf [[Edzard Cirksena]], genannt "Der Große".<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 106</ref> Unklar ist, warum Theda als Namenspatronin gewählt wurde, wo doch beispielsweise [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], anders als Theda, maßgeblichen Anteil am Ausbau eines ostfriesischen Schulsystems hatte. Möglicherweise ging man damals noch irrigerweise davon aus, dass das [[Ulrichsgymnasium]] nach ihrem Mann benannt wurde und wollte daher die Gleichstellung der Schule mit dem Gymnasium betonen. | Nach langer Planung wurde 1912 der Neubau des Schulgebäudes an der [[Gartenstraße]] verwirklicht. Die Schule wurde zu Ehren von [[Theda Ukena]] benannt. Theda war durch Heirat mit [[Ulrich Cirksena]] zur Gräfin von Ostfriesland aufgestiegen. Ein gemeinsamer Sohn Sohn war der spätere Graf [[Edzard Cirksena]], genannt "Der Große".<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 106</ref> Unklar ist, warum Theda als Namenspatronin gewählt wurde, wo doch beispielsweise [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], anders als Theda, maßgeblichen Anteil am Ausbau eines ostfriesischen Schulsystems hatte. Möglicherweise ging man damals noch irrigerweise davon aus, dass das [[Ulrichsgymnasium]] nach ihrem Mann benannt wurde und wollte daher die Gleichstellung der Schule mit dem Gymnasium betonen. | ||
Dieses Gebäude, seinerzeit schon mit einer Warmwasserheizung ausgestattet, erhielt neben einer ausreichenden Zahl von Klassenräumen eine Aula und sogar eine eigene Turnhalle. Dies galt für die damalige Zeit als außergewöhnlich fortschrittlich.<ref name=":3">[http://www.graefin-theda-schule-68.de/Schule/schule.html Geschichte der Gräfin-Theda-Schule], abgerufen am 14. Mai 2021</ref> | |||
Die Schülerinnen kamen nicht nur aus Norden, sondern auch dem Umland und sogar von den ostfriesischen Inseln. Das hatte zur Folge, dass viele von ihnen in Pensionen oder bei Privatleuten im Stadtgebiet untergebracht waren, vor allem im sogenannten [[Mädchenpensionat Reins]] an der [[Westerstraße]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 107</ref> Noch in den 1920er Jahren war es üblich, dass die Schülerinnen Schulmützen trugen, die unterschiedliche Bänder aufwiesen und jährlich wechselten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref> | Die Schülerinnen kamen nicht nur aus Norden, sondern auch dem Umland und sogar von den ostfriesischen Inseln. Das hatte zur Folge, dass viele von ihnen in Pensionen oder bei Privatleuten im Stadtgebiet untergebracht waren, vor allem im sogenannten [[Mädchenpensionat Reins]] an der [[Westerstraße]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 107</ref> Noch in den 1920er Jahren war es üblich, dass die Schülerinnen Schulmützen trugen, die unterschiedliche Bänder aufwiesen und jährlich wechselten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref> | ||
Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren | Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren Töchter- bzw. Mädchenschule zu einer Mittelschule, wodurch die Geschlechtertrennung an beiden Schulen aufgehoben wurde. Die Umwandlung der Schule war jedoch erst 1930 abgeschlossen.<ref name=":0" /> | ||
Mit Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110</ref> Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel "Feldzug in Polen" gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.<ref name=":2" /> | Mit Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110</ref> Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel "Feldzug in Polen" gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.<ref name=":2" /> | ||
Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400. Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das [[Medienzentrum]]. Ein Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112</ref> Die Raumot vergrößerte sich derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des [[Altes Feuerwehrhaus]], der [[Baracke (Schulstraße)|Baracke an der Schulstraße]] oder sogar in einer Baubude nahe des [[Neuer Friedhof|Friedhofs]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113</ref> | Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400. Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das [[Medienzentrum]]. Ein vollständiger Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112</ref> Die Raumot vergrößerte sich derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des [[Altes Feuerwehrhaus]], der [[Baracke (Schulstraße)|Baracke an der Schulstraße]] oder sogar in einer Baubude nahe des [[Neuer Friedhof|Friedhofs]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113</ref> Das Vorhaben scheiterte jedoch lange an der Finanzierung in Angesicht der klammen Stadtkasse. 1965 wird aus der "Mittelschule" eine "Realschule".<ref name=":3" /> | ||
1967 erklärte sich schließlich der [[Landkreis Norden]] bereit, die Kosten für einen Neubau zu übernehmen. 1969 wurde mit dem Bau des [[Schulzentrum Ekel]] begonnen. Die feierliche Einweihung fand am 11. Februar 1970 statt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 116</ref> Zu dieser Zeit war der bekannte Norder Heimatforscher [[Gerhard Canzler]] Direktor der Schule. Durch den Neubau wurde das Gebäude der Gräfin-Theda-Schule nicht mehr benötigt. Nachnutzer wurde der Landkreis Norden, ab 1977 der Landkreis Aurich. Bis heute befindet sich hier die Musikschule, deren breit gefächertes Angebot hunderten Schülern zugänglich gemacht wird. Es umfasst unter anderem eine musikalische Früherziehung für Kinder ab viereinhalb Jahren, Grundkurse für die Erst- und Zweitklässler, Instrumentalunterricht für Streich-, Blas- und Tasteninstrumente sowie Gitarre, Gesang und Schlagzeug.<ref>[https://www.landkreis-aurich.de/bildung-wirtschaft/musikschule.html Beschreibung der Musikschule in Norden], abgerufen am 14. Mai 2021</ref> | 1967 erklärte sich schließlich der [[Landkreis Norden]] bereit, die Kosten für einen Neubau zu übernehmen. 1969 wurde mit dem Bau des [[Schulzentrum Ekel]] begonnen. Die feierliche Einweihung fand am 11. Februar 1970 statt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 116</ref> Zu dieser Zeit war der bekannte Norder Heimatforscher [[Gerhard Canzler]] Direktor der Schule. Durch den Neubau wurde das Gebäude der Gräfin-Theda-Schule nicht mehr benötigt, der diesen Namen tragende Schriftzug an der Gebäudemauer entfernt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 120</ref> Nachnutzer wurde der Landkreis Norden, ab 1977 der Landkreis Aurich. Bis heute befindet sich hier die Musikschule, deren breit gefächertes Angebot hunderten Schülern zugänglich gemacht wird. Es umfasst unter anderem eine musikalische Früherziehung für Kinder ab viereinhalb Jahren, Grundkurse für die Erst- und Zweitklässler, Instrumentalunterricht für Streich-, Blas- und Tasteninstrumente sowie Gitarre, Gesang und Schlagzeug.<ref>[https://www.landkreis-aurich.de/bildung-wirtschaft/musikschule.html Beschreibung der Musikschule in Norden], abgerufen am 14. Mai 2021</ref> | ||
== Schuldirektoren == | |||
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!Zeitraum | |||
!Vollständiger Name | |||
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|vor 1921 bis nach 1930 | |||
|[[Reinhold Schröter]] | |||
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|??? - ??? | |||
|[[Jan Reck]] | |||
|- | |||
|1966 - 1970 | |||
|[[Gerhard Canzler]] | |||
|} | |||
== Schülerzahlen == | == Schülerzahlen == | ||
{| class="wikitable" | {| class="wikitable" | ||
!Schuljahr | !Schuljahr | ||
!Anzahl | !Anzahl | ||
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|1912 | |||
|165 | |||
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|1927 | |||
|218 | |||
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|1944 | |1944 | ||
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|1965 | |1965 | ||
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|um 1967 | |um 1967 | ||
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==Literatur== | ==Literatur== | ||
*Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103-120 | *Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103-120 | ||
== Weblinks == | |||
* [http://www.graefin-theda-schule-68.de/index.html Homepage des Entlassungsjahrganges 1968 der Gräfin-Theda-Schule], abgerufen am 14. Mai 2021 | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
Version vom 14. Mai 2021, 10:58 Uhr
Gräfin-Theda-Schule | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1912 | |||||||
| Erbauer | Stadt Norden | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Entwidmung | 1970 | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Gartenstraße 1
26506 Norden | |||||||
Die Gräfin-Theda-Schule war von 1912 bis 1927 eine ausschließlich Mädchen vorbehaltene Höhere Töchterschule und anschließend bis zum Neubau des Schulzentrums Ekel eine Mittel- bzw. Realschule ohne Geschlechtertrennung. 1970 wurde sie geschlossen und wird heute vor allem als Musikschule genutzt.
Geschichte
Die Gründung der Gräfin-Theda-Schule geht zurück auf die Überlegung zur Einrichtung einer Schule für höhere Mädchenbildung. Das Ulrichsgymnasium war seinerzeit nur Jungen vorbehalten, Mädchen war es daher unmöglich, einen gleichgelagerten Schulabschluss zu erlangen. So gründeten Norder Bürger bereits im Jahre 1850 eine Höhere Töchterschule in der Neuweger Schule. 1873 wurde die bis dahin privat betriebene Schule von der Stadt Norden übernommen und an wechselnden Standorten weiterbetrieben.[1]
Nach langer Planung wurde 1912 der Neubau des Schulgebäudes an der Gartenstraße verwirklicht. Die Schule wurde zu Ehren von Theda Ukena benannt. Theda war durch Heirat mit Ulrich Cirksena zur Gräfin von Ostfriesland aufgestiegen. Ein gemeinsamer Sohn Sohn war der spätere Graf Edzard Cirksena, genannt "Der Große".[2] Unklar ist, warum Theda als Namenspatronin gewählt wurde, wo doch beispielsweise Gräfin Anna, anders als Theda, maßgeblichen Anteil am Ausbau eines ostfriesischen Schulsystems hatte. Möglicherweise ging man damals noch irrigerweise davon aus, dass das Ulrichsgymnasium nach ihrem Mann benannt wurde und wollte daher die Gleichstellung der Schule mit dem Gymnasium betonen.
Dieses Gebäude, seinerzeit schon mit einer Warmwasserheizung ausgestattet, erhielt neben einer ausreichenden Zahl von Klassenräumen eine Aula und sogar eine eigene Turnhalle. Dies galt für die damalige Zeit als außergewöhnlich fortschrittlich.[3]
Die Schülerinnen kamen nicht nur aus Norden, sondern auch dem Umland und sogar von den ostfriesischen Inseln. Das hatte zur Folge, dass viele von ihnen in Pensionen oder bei Privatleuten im Stadtgebiet untergebracht waren, vor allem im sogenannten Mädchenpensionat Reins an der Westerstraße.[4] Noch in den 1920er Jahren war es üblich, dass die Schülerinnen Schulmützen trugen, die unterschiedliche Bänder aufwiesen und jährlich wechselten.[5]
Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.[6] Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren Töchter- bzw. Mädchenschule zu einer Mittelschule, wodurch die Geschlechtertrennung an beiden Schulen aufgehoben wurde. Die Umwandlung der Schule war jedoch erst 1930 abgeschlossen.[5]
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden.[7] Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel "Feldzug in Polen" gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.[7]
Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400. Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das Medienzentrum. Ein vollständiger Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.[8] Die Raumot vergrößerte sich derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des Altes Feuerwehrhaus, der Baracke an der Schulstraße oder sogar in einer Baubude nahe des Friedhofs.[9] Das Vorhaben scheiterte jedoch lange an der Finanzierung in Angesicht der klammen Stadtkasse. 1965 wird aus der "Mittelschule" eine "Realschule".[3]
1967 erklärte sich schließlich der Landkreis Norden bereit, die Kosten für einen Neubau zu übernehmen. 1969 wurde mit dem Bau des Schulzentrum Ekel begonnen. Die feierliche Einweihung fand am 11. Februar 1970 statt.[10] Zu dieser Zeit war der bekannte Norder Heimatforscher Gerhard Canzler Direktor der Schule. Durch den Neubau wurde das Gebäude der Gräfin-Theda-Schule nicht mehr benötigt, der diesen Namen tragende Schriftzug an der Gebäudemauer entfernt.[11] Nachnutzer wurde der Landkreis Norden, ab 1977 der Landkreis Aurich. Bis heute befindet sich hier die Musikschule, deren breit gefächertes Angebot hunderten Schülern zugänglich gemacht wird. Es umfasst unter anderem eine musikalische Früherziehung für Kinder ab viereinhalb Jahren, Grundkurse für die Erst- und Zweitklässler, Instrumentalunterricht für Streich-, Blas- und Tasteninstrumente sowie Gitarre, Gesang und Schlagzeug.[12]
Schuldirektoren
| Zeitraum | Vollständiger Name |
|---|---|
| vor 1921 bis nach 1930 | Reinhold Schröter |
| ??? - ??? | Jan Reck |
| 1966 - 1970 | Gerhard Canzler |
Schülerzahlen
| Schuljahr | Anzahl |
|---|---|
| 1912 | 165 |
| 1927 | 218 |
| 1944 | ca. 200 |
| 1950 | über 400 |
| 1965 | 510 |
| um 1967 | ca. 700 |
| 1969 | 673 |
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103-120
Weblinks
- Homepage des Entlassungsjahrganges 1968 der Gräfin-Theda-Schule, abgerufen am 14. Mai 2021
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 103
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 106
- ↑ 3,0 3,1 Geschichte der Gräfin-Theda-Schule, abgerufen am 14. Mai 2021
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 107
- ↑ 5,0 5,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108
- ↑ Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden, abgerufen am 15. April 2021
- ↑ 7,0 7,1 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 116
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 120
- ↑ Beschreibung der Musikschule in Norden, abgerufen am 14. Mai 2021