Neuer Weg 73: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Haus Neuer Weg 73''' wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, stammt im Kern aber, wie die meisten [[Liste der Häuser am Neuen Weg|Häuser am Neuen Weg]], bereits aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um ein typisches eingeschossiges Kaufmannshaus, das in Norden typisch für diese Zeit war, das im 19. Jahrhundert im Vorderbereich zu seiner neuen Fassade und einem weiteren Stockwerk kam.
Das '''Haus Neuer Weg 73''' wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, stammt im Kern aber, wie die meisten [[Liste der Häuser am Neuen Weg|Häuser am Neuen Weg]], bereits aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um ein typisches eingeschossiges Kaufmannshaus, das in Norden typisch für diese Zeit war, das im 19. Jahrhundert im Vorderbereich zu seiner neuen Fassade und 1850 zu einem weiteren Stockwerk kam. 1907 wurde in dem als Speicher genutzten Teil des Gebäudes eine stählerne Galerie eingestellt.<ref>Sparkasse Aurich-Norden (2002): Neuer Weg in Norden (Werbeflyer)</ref>


Das sich bis dahin in [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischem]] Besitz befindliche Gebäude wurde 1938 von [[Heike Hinrichs]] erworben und geschäftlich genutzt. Gemeinsam mit dem [[Neuer Weg 72|Neuen Weg 72]] befand sich hier bis 1969 das ''Bettenhaus van Stipriaan'', bis 1978 ein Schreibwarengeschäft mit einer Lottostelle.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172</ref>
Das sich bis dahin in [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischem]] Besitz befindliche Gebäude wurde 1938 von [[Heike Hinrichs]] erworben und geschäftlich genutzt. Gemeinsam mit dem [[Neuer Weg 72|Neuen Weg 72]] befand sich hier bis 1969 das ''Bettenhaus van Stipriaan'', bis 1978 ein Schreibwarengeschäft mit einer Lottostelle.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172</ref>


Im Jahre 2000 wurde das Gebäude grundlegend saniert, nachdem vor allem die Fassade 1959 vollständig verändert und denkmalpflegerisch partiell entwertet wurde wurde. 1996 beauftragte die [[Sparkasse Aurich-Norden]] einen Architekten mit einer historisch gerechteren Umgestaltung, die im Frühjahr 2000 vollendet wurde.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 37</ref> Seitdem steht das Gebäude wegen seiner historischen Bedeutung unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> Bei den Bauarbeiten wurden im Erdgeschoss noch die tyischen Überreste einer Mikwa, einem traditionell-rituellen, jüdischem Bad, gefunden.<ref name=":0">Ostfriesischer Kurier vom 22. Januar 2022, S. 6</ref>
Im Jahre 2000 wurde das Gebäude grundlegend saniert, nachdem vor allem die Fassade 1959 vollständig verändert und denkmalpflegerisch partiell entwertet wurde. 1996 beauftragte die [[Sparkasse Aurich-Norden]] einen Architekten mit einer historisch gerechteren Umgestaltung, die im Frühjahr 2000 vollendet wurde.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 37</ref> Seitdem steht das Gebäude wegen seiner historischen Bedeutung unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> Bei den Bauarbeiten wurden im Erdgeschoss noch die typischen Überreste einer Mikwa, einem traditionell-rituellen, jüdischem Bad, gefunden.<ref name=":0">Ostfriesischer Kurier vom 22. Januar 2022, S. 6</ref>


Im Januar 2022 wurde bekannt, dass das Gebäude nach einiger Zeit des Stillstands als neuer Geschäftssitz für den Fahrradhandel ''De Fietsenmoaker'' dienen soll, der bis dahin im linken Teil der ''[[Drei Schwestern]]'' ansässig war.<ref name=":0" />
Im Januar 2022 wurde bekannt, dass das Gebäude nach einiger Zeit des Stillstands als neuer Geschäftssitz für den Fahrradhandel ''De Fietsenmoaker'' dienen soll, der bis dahin im linken Teil der ''[[Drei Schwestern]]'' ansässig war.<ref name=":0" />
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Liste der Häuser am Neuen Weg]]
*[[Liste der Häuser am Neuen Weg]]
*[[Blaufärberei van Stipriaan]]


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Version vom 21. März 2022, 01:07 Uhr

Neuer Weg 73

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1825 (16. Jhdt.)
Erbauer unbekannt
Bauweise Ziegelsteinbau u.a.
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Neuer Weg 73

26506 Norden

Das Haus Neuer Weg 73 wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, stammt im Kern aber, wie die meisten Häuser am Neuen Weg, bereits aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um ein typisches eingeschossiges Kaufmannshaus, das in Norden typisch für diese Zeit war, das im 19. Jahrhundert im Vorderbereich zu seiner neuen Fassade und 1850 zu einem weiteren Stockwerk kam. 1907 wurde in dem als Speicher genutzten Teil des Gebäudes eine stählerne Galerie eingestellt.[1]

Das sich bis dahin in jüdischem Besitz befindliche Gebäude wurde 1938 von Heike Hinrichs erworben und geschäftlich genutzt. Gemeinsam mit dem Neuen Weg 72 befand sich hier bis 1969 das Bettenhaus van Stipriaan, bis 1978 ein Schreibwarengeschäft mit einer Lottostelle.[2]

Im Jahre 2000 wurde das Gebäude grundlegend saniert, nachdem vor allem die Fassade 1959 vollständig verändert und denkmalpflegerisch partiell entwertet wurde. 1996 beauftragte die Sparkasse Aurich-Norden einen Architekten mit einer historisch gerechteren Umgestaltung, die im Frühjahr 2000 vollendet wurde.[3] Seitdem steht das Gebäude wegen seiner historischen Bedeutung unter Denkmalschutz.[4] Bei den Bauarbeiten wurden im Erdgeschoss noch die typischen Überreste einer Mikwa, einem traditionell-rituellen, jüdischem Bad, gefunden.[5]

Im Januar 2022 wurde bekannt, dass das Gebäude nach einiger Zeit des Stillstands als neuer Geschäftssitz für den Fahrradhandel De Fietsenmoaker dienen soll, der bis dahin im linken Teil der Drei Schwestern ansässig war.[5]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Sparkasse Aurich-Norden (2002): Neuer Weg in Norden (Werbeflyer)
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172
  3. Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 37
  4. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021
  5. 5,0 5,1 Ostfriesischer Kurier vom 22. Januar 2022, S. 6

Siehe auch