Marxsche Bierhalle: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Marxsche Bierhalle== |- | colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Marxsche Bierhall…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(16 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
==Marxsche Bierhalle==
==Marxsche Bierhalle==
|-
|-
| colspan="2" |{{#multimaps:
| colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Marxsche Bierhalle
| Title = Marxsche Bierhalle
| Text = Gastwirtschaft in Norden
| Text = Gastwirtschaft in Norden
| center = 53.59592107710827, 7.206448756195309
| center = 53.59592107710827, 7.206448756195309
| circle = 53.59592107710827, 7.206448756195309 : 15
| circles = 53.59592107710827, 7.206448756195309 :15
| zoom = 17
| zoom = 17
| width = 300px
| width = 300px
Zeile 16: Zeile 16:
|-
|-
|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
|vor 1886
|vor 1539
|-
|-
|Erbauer
|Erbauer
Zeile 22: Zeile 22:
|-
|-
|Bauweise
|Bauweise
|Stadthaus
|Ziegelsteinbau u.a.
|-
|-
|Erhaltungszustand
|Erhaltungszustand
Zeile 31: Zeile 31:
26506 Norden
26506 Norden
|}
|}
__NOTOC__
Der '''Marxsche Bierhalle''' war eine Gastwirtschaft in der Innenstadt von Norden. Nach heutiger Nummerierung träge sie die Anschrift [[Osterstraße]] 158. Sie war Gründungslokal der [[Molkereigenossenschaft Norden|Norder Molkereigenossenschaft]] und der [[Feuerwehr Norden|städtischen Feuerwehr]].
Der '''Marxsche Bierhalle''' war eine Gastwirtschaft in der Innenstadt von Norden. Nach heutiger Nummerierung träge sie die Anschrift [[Osterstraße]] 158. Hier wurde am 10. Oktober 1886 die Gründung der [[Feuerwehr Norden]] beschlossen.<ref>Auszug aus dem Archiv der Feuerwehr Norden</ref>
__TOC__
==Geschichte==
Der Heimatforscher [[Friedrich Sundermann]] geht davon aus, dass das Gebäude vor dem (heutigen) [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] als Rathaus der Stadt gedient hat. [[Ufke Cremer]] hingegen hält diese Behauptung für fraglich, widerlegt sie jedoch nicht, da das Gebäude - anders als der Großteil der damaligen Bebauung der Osterstraße trauf- und nicht giebelständig errichtet wurde und zudem ein vergleichsweise großes Grundstück aufweist. In jedem Fall wurde dieses Gebäude nach der Brandschatzung des Alten Rathauses durch [[Balthasar von Esens]] als Rathaus genutzt, sodass es bereits in der Zeit vor 1539 bzw. 1542 (Wiederaufbau des Alten Rathauses) existiert haben muss.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39</ref>
 
Die Gaststätte war Gründungsort zweier bedeutender Norder Vereinigungen. Am 26. November 1878 wurde hier die Gründung der [[Molkereigenossenschaft Norden|Norder Molkereigenossenschaft]] beschlossen, am 10. Oktober 1886 die Gründung der [[Feuerwehr Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 256</ref><ref>Auszug aus dem Archiv der Feuerwehr Norden</ref>
 
1953 wurden bei Reparaturmaßnahmen an der Straßenseite die schmalen runden Fensterbogen mit Sandsteinsturz wie am Westgiebel freigelegt, die typisch für das 16. Jahrhundert sind. 1778 wurde der Bau rückwärtig erweitert, als [[Johann Adolph Schulte]] hier eine Brennerei errichten ließ. Schulte war eigentlich Buchdrucker.<ref name=":0" /> Der hohe Alkoholkonsum der Ostfriesen ließ ihm damals in diesem Erwerbszweig wohl bessere Gewinnchancen erscheinen.
 
Die äußere Ausgestaltung in ihrer heutigen Form geht im Wesentlichen auf den Kaufmann [[Harm Christoph Rosenboom]] sowie das Jahr 1837 zurück. Er lehnte sie an die benachbarte [[Schwanen-Apotheke]] an.<ref name=":0" /> Um 1900 befand sich hier abermals eine Gastwirtschaft (Ausspannwirtschaft Arens). Ab 1913 gehörte diese [[Hermann Möllenkamp]], der sich und seiner Gaststätte einen guten Ruf in der Stadt erarbeitete. 1929 erwarb sie [[Willi Wessel]], vorher Oberkellner im [[Hotel Reichshof|Reichshof]].<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 179</ref>
 
Das Gebäude wurde noch bis 1961 als Gastwirtschaft betrieben. Spätestens seit den 1980er Jahren und noch bis in die 2000er befand sich hier das ''Eiscafé Zanette'', das später in den [[Neuer Weg 93|Neuen Weg 93]] umzog.<ref name=":1" /> Heute befindet sich hier ein Bekleidungsgeschäft.
 
==Trivia==
Als Pendant zum gegenüberliegenden [[Gasthof Jerusalem]] wurde die Gaststätte auch ''Bethlehem'' genannt. Fragte jemand: ''"Wullt du na Jerusalem?"'', so konnte es vorkommen, dass er die Antwort: ''"Nee, ik gah na Bethlehem."'' bekam.<ref name=":1" />
 
==Galerie==
<gallery>
Datei:Osterstraße 158 Eis Cafe um 1970 (1200894) MZ.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.
Datei:Osterstraße 158 - 30032003.jpg|Osterstraße 158 - Aufnahme vom 30. März 2003.
Datei:Osterstraße 158 - 07072007.jpg|Osterstraße 158 - Aufnahme vom 7. Juli 2007.
Datei:Osterstraße 158 - 07082010.jpg|Osterstraße 158 - Q1 (Neueröffnung) - Aufnahme vom 7. August 2010.
</gallery>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
Zeile 39: Zeile 60:
==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Polizei Norden]]
*[[Polizei Norden]]
*[[Osterstraße 159]]


[[Kategorie:Gastwirtschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gastwirtschaften im Stadtgebiet]]

Aktuelle Version vom 28. August 2022, 12:16 Uhr

Marxsche Bierhalle

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Entstehungszeit vor 1539
Erbauer unbekannt
Bauweise Ziegelsteinbau u.a.
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Osterstraße 158

26506 Norden

Der Marxsche Bierhalle war eine Gastwirtschaft in der Innenstadt von Norden. Nach heutiger Nummerierung träge sie die Anschrift Osterstraße 158. Sie war Gründungslokal der Norder Molkereigenossenschaft und der städtischen Feuerwehr.

Geschichte

Der Heimatforscher Friedrich Sundermann geht davon aus, dass das Gebäude vor dem (heutigen) Alten Rathaus als Rathaus der Stadt gedient hat. Ufke Cremer hingegen hält diese Behauptung für fraglich, widerlegt sie jedoch nicht, da das Gebäude - anders als der Großteil der damaligen Bebauung der Osterstraße trauf- und nicht giebelständig errichtet wurde und zudem ein vergleichsweise großes Grundstück aufweist. In jedem Fall wurde dieses Gebäude nach der Brandschatzung des Alten Rathauses durch Balthasar von Esens als Rathaus genutzt, sodass es bereits in der Zeit vor 1539 bzw. 1542 (Wiederaufbau des Alten Rathauses) existiert haben muss.[1]

Die Gaststätte war Gründungsort zweier bedeutender Norder Vereinigungen. Am 26. November 1878 wurde hier die Gründung der Norder Molkereigenossenschaft beschlossen, am 10. Oktober 1886 die Gründung der Feuerwehr Norden.[2][3]

1953 wurden bei Reparaturmaßnahmen an der Straßenseite die schmalen runden Fensterbogen mit Sandsteinsturz wie am Westgiebel freigelegt, die typisch für das 16. Jahrhundert sind. 1778 wurde der Bau rückwärtig erweitert, als Johann Adolph Schulte hier eine Brennerei errichten ließ. Schulte war eigentlich Buchdrucker.[1] Der hohe Alkoholkonsum der Ostfriesen ließ ihm damals in diesem Erwerbszweig wohl bessere Gewinnchancen erscheinen.

Die äußere Ausgestaltung in ihrer heutigen Form geht im Wesentlichen auf den Kaufmann Harm Christoph Rosenboom sowie das Jahr 1837 zurück. Er lehnte sie an die benachbarte Schwanen-Apotheke an.[1] Um 1900 befand sich hier abermals eine Gastwirtschaft (Ausspannwirtschaft Arens). Ab 1913 gehörte diese Hermann Möllenkamp, der sich und seiner Gaststätte einen guten Ruf in der Stadt erarbeitete. 1929 erwarb sie Willi Wessel, vorher Oberkellner im Reichshof.[4]

Das Gebäude wurde noch bis 1961 als Gastwirtschaft betrieben. Spätestens seit den 1980er Jahren und noch bis in die 2000er befand sich hier das Eiscafé Zanette, das später in den Neuen Weg 93 umzog.[4] Heute befindet sich hier ein Bekleidungsgeschäft.

Trivia

Als Pendant zum gegenüberliegenden Gasthof Jerusalem wurde die Gaststätte auch Bethlehem genannt. Fragte jemand: "Wullt du na Jerusalem?", so konnte es vorkommen, dass er die Antwort: "Nee, ik gah na Bethlehem." bekam.[4]

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 256
  3. Auszug aus dem Archiv der Feuerwehr Norden
  4. 4,0 4,1 4,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 179

Siehe auch