Gasthof Hinrichs: Unterschied zwischen den Versionen

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|Entstehungszeit
|unbekannt
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|Erbauer
|unbekannt
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|Bauweise
|(verputzter) Ziegelsteinbau
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|Erhaltungszustand
|1941 zerstört
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26506 Norden
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Der '''Gasthof Hinrichs''' war ein bekannter Gasthof, der an der heutigen [[Heringstraße]] lag, die jedoch damals noch der [[Sielstraße]] zugerechnet wurde.
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
Der Gasthof wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert erbaut und umfasste neben einer Lokalität noch 12 Stallungen für Kutschen-Doppelgespanne, einen etwa 200 Personen fassenden Saal, eine Kegelbahn und 12 Fremdenzimmer. Seinerzeit war der Gasthof offenbar als ''Smackschip'' bekannt und wurde gerne von Seefahrern besucht.<ref name=":0">Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 49</ref> In der Zeit ab (ungefähr) 1889 befand sich hier eine Armenküche, in der Bedürftige eine tägliche Speisung bekamen. Sie befand sich bis dahin im [[Lentzhof]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 204</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 71</ref>
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Am 17. Januar 1941 gegen 07:30 Uhr wurde die [[Stadt Norden]] zum Ziel eines alliierten Bombers, wobei mehrere Häuser zerstört wurden. Es gab drei Tote und mehrere Verletzte. Ebenfalls wurde der Gasthof getroffen, in den Ruinen fand man später die Leiche eines einjährigen Mädchens.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 39</ref> Dass es nicht zu weiteren Opfern kam, war dem Zufall zu verdanken, denn die Fremdenzimmer waren erst am Tage zuvor frei geworden. Gastwirt Hinrichs verstarb drei Monate an den Folgen der durch die Bombe hervorgerufene Schockwirkung auf seinen Körper.<ref>Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 47</ref>


Am 17. Januar 1941 wurde Norden zum Ziel eines alliierten Bombers, wobei mehrere Häuser zerstört wurden. Es gab drei Tote und mehrere Verletzte. Ebenfalls wurde der Gasthof getroffen, in den Ruinen fand man später die Leiche eines einjährigen Mädchens.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 39</ref>
In der Folgezeit wurde der Gasthof wieder aufgebaut und nun von der Witwe Hinrichs, genannt ''Tante Käthe'', fortgeführt.<ref name=":0" /> Der Gasthof wurde viele Jahre später abgebrochen.


==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Sielstraße Heringstraße Gasthof Hinrichs 1930.JPG|Aufnahme von 1930.
Datei:Sielstraße Gasthof Hinrichs Bombenschaden Zweiter Weltkrieg 17 01 1941 01.jpg|Der von einer Fliegerbombe getroffene Gasthof am 17. Januar 1941.
Datei:Gabelung - Uffenstraße Verbindung zur Sielstraße 17 07 1977 (0268375) MZ.jpg|Die ehemalige Einmündung zur [[Dreeangel]] (links), rechts der Gasthof  - Aufnahme vom 17. Juli 1977.
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<references/>


==Siehe auch ==
==Siehe auch==
*[[Zweiter Weltkrieg]]
*[[Zweiter Weltkrieg]]



Aktuelle Version vom 13. Februar 2024, 07:31 Uhr

Gasthof Hinrichs

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Basisdaten
Entstehungszeit 17. Jahrhundert
Erbauer unbekannt
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Sielstraße 53

26506 Norden

Der Gasthof Hinrichs (zuvor: Bargmanns Gasthof) war ein bekannter Gasthof in der Sielstraße (frühere Hausnummer 53, heute nahe Hausnummer 29).

Geschichte

Der Gasthof wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert erbaut und umfasste neben einer Lokalität noch 12 Stallungen für Kutschen-Doppelgespanne, einen etwa 200 Personen fassenden Saal, eine Kegelbahn und 12 Fremdenzimmer. Seinerzeit war der Gasthof offenbar als Smackschip bekannt und wurde gerne von Seefahrern besucht.[1] In der Zeit ab (ungefähr) 1889 befand sich hier eine Armenküche, in der Bedürftige eine tägliche Speisung bekamen. Sie befand sich bis dahin im Lentzhof.[2][3]

1906 kam der Gasthof in den Besitz von Hinrich Claassen Hinrichs, der sie von einem Herrn Bargmann erwarb. Hinrichs bot jeden Sonntag Tanzabende an und richtete auch sonst viele Veranstaltungen in seiner Lokalität aus.[1]

Am 17. Januar 1941 gegen 07:30 Uhr wurde die Stadt Norden zum Ziel eines alliierten Bombers, wobei mehrere Häuser zerstört wurden. Es gab drei Tote und mehrere Verletzte. Ebenfalls wurde der Gasthof getroffen, in den Ruinen fand man später die Leiche eines einjährigen Mädchens.[4] Dass es nicht zu weiteren Opfern kam, war dem Zufall zu verdanken, denn die Fremdenzimmer waren erst am Tage zuvor frei geworden. Gastwirt Hinrichs verstarb drei Monate an den Folgen der durch die Bombe hervorgerufene Schockwirkung auf seinen Körper.[5]

In der Folgezeit wurde der Gasthof wieder aufgebaut und nun von der Witwe Hinrichs, genannt Tante Käthe, fortgeführt.[1] Der Gasthof wurde viele Jahre später abgebrochen.

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 49
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 204
  3. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 71
  4. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 39
  5. Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 47

Siehe auch