Holzhandlung Frericks: Unterschied zwischen den Versionen
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| | Die '''Holzhandlung Fre(e)ricks''' war eine bekannte Holzhandlung und -verarbeitung mit Sitz an der Südostecke des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]]. Die Betriebsgebäude wurden 1978 bzw. 1979 infolge der Verbreitung der [[Uffenstraße]] abgebrochen, um einen autogerechten Zugang zur Straße [[Am Markt]] herzustellen.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Außerdem befinden sich wesentliche Teile des heutigen [[Polizei Norden|Polizeigeländes]] auf dem Grund der ehemaligen Holzhandlung, so etwa die Parkplätze östlich des Polizeigebäudes und große Teile des hinteren Hofgeländes. | ||
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==Geschichte== | |||
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|- | Haus und Grund der späteren und mittlerweile abgebrochenen Holzhandlung Frericks stehen in enger Verbindung mit der Geschichte des benachbarten Anwesens [[Am Markt 10]] und damit Teil des sogenannten [[Engenahof|Engenahofs]].<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 47</ref> Daher waren auch die Eigentümer bis 1766 identisch.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 48</ref> | ||
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Ursprünglich gehörtem eine sehr große Stallung und Ländereien zum Anwesen, große Teile des Grundstücks würden jedoch wohl bereits im 16. Jahrhundert verkauft. Die Eigentümer des Hauses hatten die [[Uffenstraße]] (wohl gemeinsam mit den Bewohnern des [[Vossenhus]]) zu unterhalten.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 49</ref> Auch die kleine Lohne zwischen dem Haus und dem Haus Am Markt 10 musste unterhalten werden, ebenso der vor dem Haus befindliche [[Brunnen]].<ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 50</ref> | |||
| | Am 25. August 1766 erwarb [[Claas Janssen Backer]] das Haus für 1.550 Gulden. Laut Testament vom 4. September 1772 erbten die beiden Kinder [[Jan Claassen Backer]] und [[Dirktje Claassen Backer]] das Haus zu gleichen Teilen. Nach dem Tode der Schwester wurde Jan am 30. Dezember 1800 alleiniger Besitzer.<ref name=":1" /> | ||
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|- | Am 17. Mai 1802 erwarb die Tabakmanufaktur [[Steinbömer & Lubinus]] das Haus, veräußerten es jedoch bereits am 31. August des Jahres wieder, vermutlich an [[Jan Rieken]]. Nach dessen Tode folgten seine Kinder [[Rieke Rieken|Rieke Janssen Rieken]], [[Siewer Janssen Rieken]] und [[Mewes Janssen Rieken]]. Am 31. Juli 1824 war [[Siewer Janssen]], Witwe des verstorbenen Hausmanns [[Meewes Siemens]], als Besitzerin eingetragen. Dann folgte [[Elias Wessels]] Witwe, danach [[Cornelius Albers]]. Ab 1846 war das Haus im Besitz von T. F. Rosenberg, ab 1859 gehörte es [[Georg Schiffel]] und ab 1868 [[Casimir Biermann|Casimir J. C. Biermann]].<ref name=":1" /> | ||
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| | In den 1870er Jahren wurde Holzhändler [[Rudolf Freericks]] neuer Eigentümer.<ref name=":1" /><ref name=":0">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 76</ref> Sein Betrieb wurde nachweislich schon vor dem Jahre 1870 gegründet.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 46</ref> In der Zeit um 1950 gehörte die Holzhandlung einem Nachkommen, [[Rudolph Freericks]].<ref>Adressbuch von 1950/1951, S. 102</ref> 1951 wurde sie offenbar von H. R. de Boer als Nachfolger übernommen.<ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1950/1951, S. 98</ref> | ||
| | Zur Holzverarbeitung unterhielt die Familie Frericks [[Sägemühle Frericks|eine Sägemühle]] am [[Norder Hafen]].<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 44</ref> Hier wurden auch Boote - möglicherweise in Zusammenarbeit mit der [[Schiffswerft Herlyn]] - restauriert, so etwa das erste Ruderboot des [[Norder Ruderclub|Norder Ruderclubs]].<ref>[http://norder-ruderclub.de/chronik/ Chronik des Norder Ruderclubs], abgerufen am 26. August 2021</ref> 1978/1979 schließlich musste das Gebäude der Holzhandlung auf Anordnung der Bezirksregierung der Verbreiterung der [[Uffenstraße]] weichen.<ref name=":1" /><ref name=":0" /> | ||
==Trivia== | |||
In der Zeit um 1812 hatte das Gebäude die [[Hausnummerierung|Hausnummer]] 326.<ref name=":02">Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1</ref> | |||
==Galerie== | |||
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Datei:Am Markt Marktplatz Holzhandlung Frericks Vossenhus Polizei Engenahof um 1930 (0271188) MZ.jpg|Undatierte Aufnahme, eventuell um 1930. | |||
Datei:Uffenstraße Holzhandlung Frericks Polizei 1973 01.jpg|Rückwärtige Ansicht (1973). | |||
Datei:Am Markt Marktplatz Polizei Engenahof Holzhandlung Frericks 14 07 1977 (0268166) MZ.jpg|Frontansicht - Aufnahme vom 14. Juli 1977. | |||
Datei:Freericks um 1970.jpg|Die Holzhandlung kurz vor dem Abbruch, Farbfoto mit Blick zum Torfmarkt (um 1978). | |||
Datei:Blick vom Rathaus auf Polizeihof und Rückseite 03 07 1978 (0268457) MZ.jpg|Das rückwärtige Gelände am 3. Juli 1978. | |||
Datei:Am Markt mit Blick in Richtung Uffenstraße, 07.08.1978 (0268169) MZ.jpg|Blick in Richtung der Holzhandlung - Aufnahme vom 7. August 1978. | |||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Aktuelle Version vom 19. März 2024, 07:23 Uhr
Holzhandlung Frericks | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | vor 1870 |
| Erbauer | unbekannt |
| Bauweise | (verputzter) Ziegelsteinbau |
| Erhaltungszustand | 1978 abgebrochen |
| Genaue Lage | Am Markt 9
26506 Norden |
Die Holzhandlung Fre(e)ricks war eine bekannte Holzhandlung und -verarbeitung mit Sitz an der Südostecke des Norder Marktplatzes. Die Betriebsgebäude wurden 1978 bzw. 1979 infolge der Verbreitung der Uffenstraße abgebrochen, um einen autogerechten Zugang zur Straße Am Markt herzustellen.[1] Außerdem befinden sich wesentliche Teile des heutigen Polizeigeländes auf dem Grund der ehemaligen Holzhandlung, so etwa die Parkplätze östlich des Polizeigebäudes und große Teile des hinteren Hofgeländes.
Geschichte
- siehe auch: Geschichte des Engenahofs (Am Markt 10)
Haus und Grund der späteren und mittlerweile abgebrochenen Holzhandlung Frericks stehen in enger Verbindung mit der Geschichte des benachbarten Anwesens Am Markt 10 und damit Teil des sogenannten Engenahofs.[2] Daher waren auch die Eigentümer bis 1766 identisch.[3]
Ursprünglich gehörtem eine sehr große Stallung und Ländereien zum Anwesen, große Teile des Grundstücks würden jedoch wohl bereits im 16. Jahrhundert verkauft. Die Eigentümer des Hauses hatten die Uffenstraße (wohl gemeinsam mit den Bewohnern des Vossenhus) zu unterhalten.[4] Auch die kleine Lohne zwischen dem Haus und dem Haus Am Markt 10 musste unterhalten werden, ebenso der vor dem Haus befindliche Brunnen.[5]
Am 25. August 1766 erwarb Claas Janssen Backer das Haus für 1.550 Gulden. Laut Testament vom 4. September 1772 erbten die beiden Kinder Jan Claassen Backer und Dirktje Claassen Backer das Haus zu gleichen Teilen. Nach dem Tode der Schwester wurde Jan am 30. Dezember 1800 alleiniger Besitzer.[5]
Am 17. Mai 1802 erwarb die Tabakmanufaktur Steinbömer & Lubinus das Haus, veräußerten es jedoch bereits am 31. August des Jahres wieder, vermutlich an Jan Rieken. Nach dessen Tode folgten seine Kinder Rieke Janssen Rieken, Siewer Janssen Rieken und Mewes Janssen Rieken. Am 31. Juli 1824 war Siewer Janssen, Witwe des verstorbenen Hausmanns Meewes Siemens, als Besitzerin eingetragen. Dann folgte Elias Wessels Witwe, danach Cornelius Albers. Ab 1846 war das Haus im Besitz von T. F. Rosenberg, ab 1859 gehörte es Georg Schiffel und ab 1868 Casimir J. C. Biermann.[5]
In den 1870er Jahren wurde Holzhändler Rudolf Freericks neuer Eigentümer.[5][6] Sein Betrieb wurde nachweislich schon vor dem Jahre 1870 gegründet.[7] In der Zeit um 1950 gehörte die Holzhandlung einem Nachkommen, Rudolph Freericks.[8] 1951 wurde sie offenbar von H. R. de Boer als Nachfolger übernommen.[9]
Zur Holzverarbeitung unterhielt die Familie Frericks eine Sägemühle am Norder Hafen.[10] Hier wurden auch Boote - möglicherweise in Zusammenarbeit mit der Schiffswerft Herlyn - restauriert, so etwa das erste Ruderboot des Norder Ruderclubs.[11] 1978/1979 schließlich musste das Gebäude der Holzhandlung auf Anordnung der Bezirksregierung der Verbreiterung der Uffenstraße weichen.[5][6]
Trivia
In der Zeit um 1812 hatte das Gebäude die Hausnummer 326.[12]
Galerie
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Undatierte Aufnahme, eventuell um 1930.
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Rückwärtige Ansicht (1973).
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Frontansicht - Aufnahme vom 14. Juli 1977.
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Die Holzhandlung kurz vor dem Abbruch, Farbfoto mit Blick zum Torfmarkt (um 1978).
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Das rückwärtige Gelände am 3. Juli 1978.
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Blick in Richtung der Holzhandlung - Aufnahme vom 7. August 1978.
Einzelnachweise
- ↑ Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 47
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 48
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 49
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 50
- ↑ 6,0 6,1 Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 76
- ↑ Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 46
- ↑ Adressbuch von 1950/1951, S. 102
- ↑ Adressbuch der Stadt Norden von 1950/1951, S. 98
- ↑ Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 44
- ↑ Chronik des Norder Ruderclubs, abgerufen am 26. August 2021
- ↑ Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1