Robert Meinberg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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'''Robert Meinberg''' war ein Norder Hotelier. Ihm gehörte - mit seiner Frau [[Johanna Meinberg]] - viele Jahre das [[Deutsches Haus|Deutsche Haus]].
'''Robert Meinberg''' (* 12. Oktober 1907; ✝ 19. Oktober 1976)<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/grabstein/28541/Robert-Meinberg--Norden-neuer+Friedhof Grabstein des Rudolf Meinberg] auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 24. Juli 2021</ref> war ein Norder Hotelier. 1934 kam das [[Deutsches Haus|Hotel Deutsches Haus]] in den Besitz von ihm und seiner Frau [[Johanne Meinberg]]. Die beiden renovierten bzw. modernisierten es grundlegend. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanssseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref>


==Deutsches Haus==
Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierten Meinbergs erneut große Summen in sein Hotel. Sie errichteten eine neue Eingangshalle, erbauten den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245</ref> Nach 39 Jahren übergaben Meinbergs den Hotelbetrieb 1973 an ihren Sohn [[Herbert Meinberg]], der ihn mit seiner [[Helga Meinberg|Frau Helga]] erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.<ref name=":2" />
1934 kam das Hotel in den Besitz von [[Robert Meinberg|Robert]] und [[Johanna Meinberg]], die es grundlegend renovierten und modernisierten. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanschüsseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb erneut weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref>
 
Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierte Meinberg erneut große Summen in sein Hotel. Er errichtete eine neue Eingangshalle, erbaute den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245</ref> Nach 39 Jahren übergab Meinberg den Hotelbetrieb 1973 an seinen Sohn [[Herbert Meinberg]], der ihn mit seiner [[Helga Meinberg|Frau Helga]] erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.<ref name=":2" />


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]]
*[[Neuer Weg]]


[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]

Aktuelle Version vom 24. Juli 2021, 02:32 Uhr

Robert Meinberg (* 12. Oktober 1907; ✝ 19. Oktober 1976)[1] war ein Norder Hotelier. 1934 kam das Hotel Deutsches Haus in den Besitz von ihm und seiner Frau Johanne Meinberg. Die beiden renovierten bzw. modernisierten es grundlegend. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanssseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.[2] Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der Großen Hinterlohne, wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.[3] Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Hotelbetrieb weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter Lenhard Everwien am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.[4]

Nach dem Krieg wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, doch bereits wenig später wieder freigegeben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, investierten Meinbergs erneut große Summen in sein Hotel. Sie errichteten eine neue Eingangshalle, erbauten den Saal neu und den südlichen Gebäudeflügel an. Die Innenausstattung wurde großzügig modernisiert. Im September 1948 wurde im Saal des Deutschen Hauses der erste Tanzball der Nachkriegszeit abgehalten.[5] Nach 39 Jahren übergaben Meinbergs den Hotelbetrieb 1973 an ihren Sohn Herbert Meinberg, der ihn mit seiner Frau Helga erfolgreich weiterführte. Das Ehepaar erweiterte das Gebäude um ein ganzes Stockwerk, passte es den aktuellsten technischen Gegebenheiten an und richtete eine Kegelbahn ein.[3]

Einzelnachweise

  1. Grabstein des Rudolf Meinberg auf Grabsteine Ostfriesland, abgerufen am 24. Juli 2021
  2. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127
  3. 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128
  4. Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft
  5. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 245

Siehe auch